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title: "Geschäftsführergehalt angemessen: Kriterien und Tabelle 2026 | Fideus"
description: "Wann ist ein Geschäftsführergehalt angemessen? Kriterien der Finanzverwaltung, OFD-Tabelle ab 2024, 75/25-Regel und Folgen einer vGA. Stand 2026."
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Steuern & Jahresabschluss

# Geschäftsführergehalt angemessen: Kriterien, OFD-Tabelle und Tantieme

Wann das Finanzamt ein Geschäftsführergehalt als angemessen anerkennt: Kriterien der Finanzverwaltung, Prüfschema, OFD-Tabelle ab 2024, 75/25-Regel für die Tantieme und was eine verdeckte Gewinnausschüttung kostet.

Fideus Redaktion15 Min. Lesezeit24. September 2026

Kurz zusammengefasst

- Ein Geschäftsführergehalt ist angemessen, wenn eine fremde Geschäftsführerin für dieselbe Arbeit ebenso bezahlt würde. Maßstab sind Größe, Ertragslage und Vergleichsgehälter.
- Die Grundsätze stehen in zwei BMF-Schreiben aus dem Jahr 2002. Beide gelten laut Positivliste vom März 2026 weiter.
- Faustregel der Finanzverwaltung ist die Halbteilung. Die Bezüge gelten in der Regel als angemessen, wenn der GmbH danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe der Bezüge bleibt.
- Beherrschende Gesellschafter brauchen eine klare, im Voraus getroffene Vereinbarung, die auch so durchgeführt wird.
- Der unangemessene Teil ist eine verdeckte Gewinnausschüttung. Bei einem Hebesatz von 400 % kostet er die GmbH 2026 rund 29,8 % Mehrsteuer.

Ein **Geschäftsführergehalt ist angemessen**, wenn eine fremde Geschäftsführerin für dieselbe Arbeit in einer vergleichbaren GmbH ebenso bezahlt würde. Die Finanzverwaltung prüft dafür Art und Umfang der Tätigkeit, die Ertragsaussichten, das Verhältnis zum Gewinn und Vergleichsgehälter. In der Regel angemessen sind die Bezüge, wenn der GmbH danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe der Bezüge bleibt. Der unangemessene Teil ist eine verdeckte Gewinnausschüttung und mindert das Einkommen der GmbH nicht.

## Wann ist ein Geschäftsführergehalt angemessen?

Ein Geschäftsführergehalt ist angemessen, wenn es dem Fremdvergleich standhält: Ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter hätte dieselbe Vergütung auch einer fremden Person zugesagt. Das Bundesfinanzministerium nennt dafür vier Kriterien. Geprüft wird nicht das Festgehalt allein, sondern die Gesamtausstattung aus Gehalt, Tantieme, Sonderzahlungen, Pensionszusage und Sachbezügen.

Die Kriterien stehen im BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002 (Tz. 10):

> „Beurteilungskriterien für die Angemessenheit sind Art und Umfang der Tätigkeit, die künftigen Ertragsaussichten des Unternehmens, das Verhältnis des Geschäftsführergehaltes zum Gesamtgewinn und zur verbleibenden Eigenkapitalverzinsung sowie Art und Höhe der Vergütungen, die im selben Betrieb gezahlt werden oder in gleichartigen Betrieben an Geschäftsführer für entsprechende Leistungen gewährt werden“ – BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002, IV A 2 – S 2742 – 62/02

- **Art und Umfang der Tätigkeit:** Sie richten sich vor allem nach der Größe, gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahl. Wer auch für andere Unternehmen tätig ist, wird am Umfang gemessen, in dem sie für diese GmbH arbeitet (Tz. 11 und 12).
- **Ertragsaussichten:** Die Ertragslage ist neben der Größe das entscheidende Kriterium (Tz. 14).
- **Verhältnis zum Gewinn:** Zehren die Bezüge nahezu den ganzen Gewinn auf, ist das ein wesentliches Indiz für eine unangemessene Vergütung. Die Faustregel dazu ist die Halbteilung (Tz. 15 und 16).
- **Vergleichsvergütungen:** Intern mit einer fremden Geschäftsführerin im selben Haus, extern mit Gehaltsstrukturuntersuchungen (Tz. 19 bis 21).

Das Schreiben ist nicht veraltet. Es steht, wie das Tantieme-Schreiben vom 1. Februar 2002, in der [Positivliste des Bundesfinanzministeriums vom 20. März 2026](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html) und ist damit weiter anzuwenden. Maßgeblich sind die Umstände im Zeitpunkt der Vereinbarung. Der Bundesfinanzhof lässt eine Bandbreite zu; unangemessen ist nur, was über deren oberem Rand liegt (BFH vom 27.2.2003, I R 46/01). Die Regeln gelten für GmbH und UG (haftungsbeschränkt) gleichermaßen; worin sich die beiden sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh).

## Wie prüft das Finanzamt die Angemessenheit?

Das Finanzamt prüft ein Geschäftsführergehalt in drei Stufen. Zuerst fragt es für jeden Bestandteil, ob er dem Grunde nach üblich ist. Dann prüft es die Höhe jedes einzelnen Bestandteils. Zuletzt vergleicht es die verbleibende Summe mit der Angemessenheitsgrenze. Was auf einer Stufe herausfällt, ist verdeckte Gewinnausschüttung (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 5 bis 7).

| Stufe | Frage | Beispiele | Folge |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Dem Grunde nach | Würde eine fremde Geschäftsführerin diesen Bestandteil überhaupt erhalten? | Überstundenvergütung, Pensionszusage unter Verstoß gegen die Wartezeit, unbefristete Nur-Tantieme | der ganze Bestandteil ist verdeckte Gewinnausschüttung |
| 2. Der Höhe nach | Ist der einzelne Bestandteil in seiner Höhe üblich? | Tantieme über 25 % der angemessenen Gesamtbezüge oder über 50 % des Jahresüberschusses | der übersteigende Teil ist verdeckte Gewinnausschüttung |
| 3. In der Summe | Ist die verbleibende Gesamtvergütung angemessen? | Größe, Ertragslage, Fremdvergleich | der Teil über der Angemessenheitsgrenze ist verdeckte Gewinnausschüttung |

Quelle: BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 5 bis 8, und vom 1.2.2002.

Das BMF rechnet selbst ein Beispiel vor. Eine GmbH zahlt ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer 350.000 € Festgehalt und ab dem Folgejahr zusätzlich 250.000 € Tantieme, zusammen 600.000 €. Auf der zweiten Stufe erkennt das Finanzamt nur 25 % der Summe als Tantieme an, also 150.000 €. Die übrigen 100.000 € sind verdeckte Gewinnausschüttung. Liegt die angemessene Gesamtausstattung bei 600.000 €, bleibt es dabei. Liegt sie bei 400.000 €, kommen auf der dritten Stufe weitere 100.000 € hinzu, zusammen 200.000 €.

- **Zuordnung des Überhangs:** Wurden die Bestandteile zu verschiedenen Zeitpunkten vereinbart, trifft der unangemessene Betrag in der Regel den zuletzt vereinbarten Bestandteil. Bei gleichzeitiger Vereinbarung wird er nach sachgerechten Kriterien verteilt, zum Beispiel anteilig (Tz. 8).
- **Geringfügige Überschreitung:** Sie führt noch nicht zur verdeckten Gewinnausschüttung. Jedenfalls anzunehmen ist sie, wenn die Vergütung die Grenze um mehr als 20 % überschreitet (BFH vom 28.6.1989, I R 89/85). Eine Freigrenze ist damit laut BMF nicht verbunden (Tz. 23).

## Geschäftsführergehalt-Tabelle: Welche Orientierungswerte gibt es?

Die bekannteste Geschäftsführergehalt-Tabelle stammt von der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Sie nennt Spannen je Branche und Unternehmensgröße und gilt ab 2024; für die Jahre ab 2025 gibt es laut OFD keine pauschale Erhöhung. Die Werte sind eine Orientierung der Finanzverwaltung in Baden-Württemberg, keine gesetzliche Obergrenze. Die Grenze im Einzelfall ermittelt das Finanzamt durch Schätzung.

| Branchengruppe | Umsatz unter 2,5 Mio. €, unter 20 Mitarbeitende | 2,5–5 Mio. €, 20–50 | 5–25 Mio. €, 51–100 | 25–50 Mio. €, 101–500 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Industrie / Produktion | 205.000–266.000 € | 258.000–343.000 € | 327.000–379.000 € | 407.000–644.000 € |
| Großhandel | 234.000–289.000 € | 252.000–346.000 € | 289.000–375.000 € | 379.000–601.000 € |
| Einzelhandel | 179.000–221.000 € | 191.000–256.000 € | 256.000–310.000 € | 309.000–586.000 € |
| Freiberufler | 232.000–332.000 € | 337.000–398.000 € | 394.000–475.000 € | 407.000–699.000 € |
| Sonstige Dienstleistung | 198.000–266.000 € | 274.000–336.000 € | 310.000–387.000 € | 353.000–671.000 € |
| Handwerk | 148.000–211.000 € | 198.000–279.000 € | 268.000–346.000 € | 300.000–532.000 € |

Quelle: [OFD Karlsruhe, Angemessenheit der Geschäftsführerbezüge von Gesellschafter-Geschäftsführern ab 2024](https://ofd-bw.fv-bwl.de/site/pbs-bw-fa2/get/documents_E-1587952785/mfw/OFD/Dokumente/FAQ%20-%20Steuern/Angemessenheitstabelle_Gf-Geh%c3%a4lter_ab_2024.pdf). Die Tabelle sagt nicht, ob sie Gesamtbezüge oder nur das Festgehalt meint. Nach dem BMF-Schreiben vom 14.10.2002 (Tz. 17) dienen solche Höchstwerte als Orientierungshilfe für die Obergrenze der Gesamtausstattung.

Für die Einordnung zählen zwei Punkte. Erstens gibt es laut BMF keine betragsmäßigen Unter- oder Obergrenzen, die eine Prüfung ersetzen (Tz. 22). Zweitens rechtfertigen hohe Gewinne keine unbegrenzte Steigerung: Die Obergrenze hängt vor allem an der Unternehmensgröße (Tz. 17). Teilen sich mehrere Geschäftsführer die Verantwortung, ist vor allem bei kleineren Gesellschaften ein Abschlag gerechtfertigt (Tz. 13). Einen Prozentsatz nennt das BMF dafür nicht.

### Was verdient ein Geschäftsführer mit 20 Mitarbeitern?

Marktgehälter gibt die OFD-Tabelle nicht wieder. Sie ordnet 20 Mitarbeitende der Größenklasse „20 bis 50“ zu, zusammen mit einem Umsatz von 2,5 bis 5 Mio. €. Für sonstige Dienstleistungen nennt sie dort 274.000–336.000 €. Wie Umsatz und Mitarbeiterzahl zu gewichten sind, wenn sie in verschiedene Spalten fallen, sagt die Tabelle nicht.

## Wie viel Gehalt darf man sich als Geschäftsführer auszahlen?

Eine feste Summe gibt es nicht. Neben der Tabelle zieht die Ertragslage eine Grenze. Die Faustregel der Finanzverwaltung heißt Halbteilung: Nach Abzug der Geschäftsführervergütungen bleibt der GmbH ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe dieser Vergütungen. Dann gelten die Bezüge im Regelfall als angemessen (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 16). Bei mehreren Gesellschafter-Geschäftsführern zählt die Summe.

Diese Halbteilung ist eine Vermutung, keine Grenze. Wird nahezu der ganze Gewinn über die Vergütung „abgesaugt“, ist das nach Tz. 15 ein wesentliches Indiz für eine unangemessene Vergütung. Umgekehrt darf eine ertragsschwache GmbH weiter ein Gehalt am unteren Ende des Vergleichsmaßstabs zahlen (Tz. 18). Die Modellrechnung zeigt eine fiktive Agentur-GmbH mit 1,2 Mio. € Umsatz, acht Mitarbeitenden und 200.000 € Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern.

| Gesamtbezüge Geschäftsführerin | Jahresüberschuss vor Ertragsteuern danach | Regelvermutung (Tz. 16) |
| --- | --- | --- |
| 80.000 € | 120.000 € | Regel erfüllt |
| 100.000 € | 100.000 € | Regel gerade erfüllt |
| 150.000 € | 50.000 € | Regel nicht erfüllt, Prüfung im Einzelfall |

Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Alle Zahlen fiktiv; Pensionszusage und Sachbezüge sind nicht berücksichtigt.

Die OFD-Spanne für sonstige Dienstleistungen unter 2,5 Mio. € Umsatz liegt bei 198.000–266.000 €. Für die Agentur im Beispiel wird sie nicht erreicht. Allgemein gilt: Liegt das Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern unter dem Doppelten des oberen Tabellenwerts, greift die Halbteilung früher als die Tabelle. Bei 150.000 € Bezügen ist die Regel nicht erfüllt; das ist noch keine verdeckte Gewinnausschüttung, aber ein Fall für die Prüfung im Einzelfall. Wie Betriebsausgaben die Steuerlast der GmbH beeinflussen, zeigt der Artikel [Steuern sparen mit der GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuern-sparen-mit-gmbh).

## Festgehalt und Tantieme: Welche Aufteilung erkennt das Finanzamt an?

Das Finanzamt erwartet, dass die Bezüge einer Gesellschafter-Geschäftsführerin im Allgemeinen zu mindestens 75 % fest und zu höchstens 25 % erfolgsabhängig sind. Außerdem sollen Tantiemen nicht mehr als 50 % des Jahresüberschusses ausmachen. Beide Werte stammen aus dem BMF-Schreiben vom 1. Februar 2002 und sind Regelvermutungen, keine starren Grenzen.

- **75/25-Regel:** Der Bundesfinanzhof hat sie relativiert. Ist die Gesamtausstattung angemessen, führt ein variabler Anteil über 25 % allein nicht zur verdeckten Gewinnausschüttung (BFH vom 27.2.2003, I R 46/01).
- **50-%-Grenze:** Bemessungsgrundlage ist der handelsrechtliche Jahresüberschuss vor Abzug der Tantieme und der ertragsabhängigen Steuern. Mehr als die Hälfte davon führt in der Regel zur verdeckten Gewinnausschüttung (BFH vom 4.6.2003, I R 24/02).
- **Nur-Tantieme:** Eine Vergütung ganz ohne Festgehalt erkennt die Verwaltung grundsätzlich nicht an. Als Ausnahmen nennt sie vor allem die Gründungsphase, vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten und stark risikobehaftete Geschäftszweige. Die Vereinbarung muss dann ausdrücklich befristet sein.
- **Umsatztantieme:** Eine Tantieme auf den Umsatz statt auf den Gewinn wird nur ausnahmsweise anerkannt. Die besonderen Gründe muss darlegen, wer die Anerkennung begehrt (BFH vom 28.6.1989, I R 89/85).

**Beispiel (fiktiv):** In der Agentur-GmbH von oben liegt die Gesamtausstattung bei 100.000 €. Nach der 75/25-Regel wären 75.000 € Festgehalt und bis zu 25.000 € Tantieme üblich. Nach dem Festgehalt bleiben 125.000 € Jahresüberschuss vor Tantieme und Steuern; die 50-%-Grenze läge bei 62.500 €. Hier begrenzt also die 75/25-Regel. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei.

## Welche formellen Anforderungen gelten für beherrschende Gesellschafter?

Für beherrschende Gesellschafter, in der Regel mit der Mehrheit der Stimmrechte, reicht eine angemessene Höhe nicht. Das Gehalt braucht eine zivilrechtlich wirksame, klare, eindeutige und im Voraus abgeschlossene Vereinbarung, und es muss so gezahlt werden, wie vereinbart. Fehlt das, liegt nach R 8.5 Abs. 2 der Körperschaftsteuer-Richtlinien 2022 in der Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

- **Im Voraus:** Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Finanzamt nicht an (BFH vom 21.7.1976, I R 223/74). Eine Erhöhung wirkt steuerlich erst ab dem Zeitpunkt, zu dem sie beschlossen ist.
- **Klar und eindeutig:** Höhe und Berechnung müssen sich ohne weiteren Ermessensspielraum ergeben, bei einer Tantieme auch die Bemessungsgrundlage (BFH vom 24.5.1989, I R 90/85).
- **Zivilrechtlich wirksam:** Nach § 46 Nr. 5 GmbHG bestellen die Gesellschafter die Geschäftsführer. Hält eine Person alle Anteile, muss sie über jeden Beschluss unverzüglich eine Niederschrift aufnehmen und unterschreiben ([§ 48 Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html)).
- **Tatsächlich durchgeführt:** Wird das Gehalt nicht wie vereinbart gezahlt, ist das ein gewichtiges Indiz gegen die Ernsthaftigkeit (BFH vom 28.10.1987, I R 110/83).
- **Keine Überstundenvergütung:** Sie passt nicht zum Aufgabenbild einer Geschäftsführerin und ist regelmäßig verdeckte Gewinnausschüttung (BFH vom 19.3.1997, I R 75/96).

### Kann ein Geschäftsführer sein Gehalt selbst bestimmen?

Nicht allein als Geschäftsführer. Die Gesellschafter bestellen die Geschäftsführer ([§ 46 Nr. 5 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html)) und entscheiden in der Regel auch über den Anstellungsvertrag. Einen Vertrag der GmbH mit sich selbst darf eine Geschäftsführerin nur schließen, soweit es ihr gestattet ist ([§ 181 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__181.html)). Wie Anstellungsvertrag und Beschluss zu gestalten sind, ist eine Rechtsfrage für einen Rechtsanwalt oder Notar.

### Typische Fehler beim Geschäftsführergehalt

Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen beim Geschäftsführergehalt drei Fehler auf. Alle betreffen die Form, nicht die Höhe. Jeder kann dazu führen, dass Zahlungen an die Geschäftsführerin als verdeckte Gewinnausschüttung gelten.

- **Keine schriftliche Vereinbarung:** Das Gehalt wird gezahlt, ohne dass Vertrag oder Beschluss schriftlich vorliegen. Eine allgemeine Schriftform schreibt das Gesetz nicht vor; bei der Ein-Personen-GmbH verlangt es aber Niederschriften ([§ 35 Abs. 3](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__35.html) und § 48 Abs. 3 GmbHG). Ohne Schriftstück lässt sich kaum belegen, dass die Vereinbarung im Voraus klar getroffen war.
- **Rückwirkend vereinbart:** Eine Gehaltserhöhung oder Tantieme wird erst beschlossen, wenn das Jahresergebnis absehbar ist, und rückwirkend angewendet.
- **Privatentnahmen ohne Grundlage:** Geld geht vom Firmenkonto an die Gesellschafterin, ohne Gehaltsvereinbarung oder [Ausschüttungsbeschluss](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh).

## Was passiert, wenn das Gehalt unangemessen ist?

Der unangemessene Teil eines Geschäftsführergehalts ist eine [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung). Die GmbH darf ihn nicht als Betriebsausgabe abziehen; er wird ihrem Einkommen wieder hinzugerechnet. Damit steigen Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Bei der Gesellschafterin wird der Betrag in der Regel zum Kapitalertrag statt zum Arbeitslohn. Grundlage ist [§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html):

> „Auch verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Ausschüttungen jeder Art auf Genussrechte, mit denen das Recht auf Beteiligung am Gewinn und am Liquidationserlös der Kapitalgesellschaft verbunden ist, mindern das Einkommen nicht.“ – § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG

Die Modellrechnung zeigt die Mehrsteuer auf Ebene der GmbH, wenn das Finanzamt 30.000 € als unangemessen einstuft. Angenommen sind die Steuersätze 2026 und ein Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 %. Die Steuersätze erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern).

| Steuer | Satz | Mehrsteuer |
| --- | --- | --- |
| Körperschaftsteuer (§ 23 KStG) | 15 % | 4.500,00 € |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % der KSt | 247,50 € |
| Gewerbesteuer | 3,5 % × 400 % = 14 % | 4.200,00 € |
| Summe | 29,825 % | 8.947,50 € |

Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktiver Betrag; Zinsen auf Nachzahlungen und die Ebene der Gesellschafterin sind nicht enthalten.

Bei der Gesellschafterin gehört eine verdeckte Gewinnausschüttung zu den Einkünften aus Kapitalvermögen ([§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)). Ändert das Finanzamt den Bescheid der GmbH, darf es auch ihren Bescheid ändern ([§ 32a Abs. 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html)). Wie Jahresabschluss und Körperschaftsteuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss).

## Gehalt senken oder verzichten: Was gilt in der Krise?

In einer Krise darf eine Gesellschafter-Geschäftsführerin ihr Gehalt senken oder darauf verzichten. Steuerlich entscheidet der Zeitpunkt. Verzichtet sie, bevor der Anspruch entsteht, arbeitet sie unentgeltlich und hat keinen Zufluss. Verzichtet sie danach aus gesellschaftsrechtlichen Gründen, gilt das Gehalt als zugeflossen und als verdeckte Einlage in die GmbH.

So hat es der [Bundesfinanzhof am 15. Juni 2016 (VI R 6/13)](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/) entschieden. Eine ertragsschwache GmbH muss das Gehalt nicht auf null setzen: Auch eine fremde Geschäftsführerin würde in Verlustjahren nicht auf ein angemessenes Gehalt verzichten. Angemessen sind dann Bezüge am unteren Ende des Vergleichsmaßstabs (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 18). Eine Nur-Tantieme erkennt die Verwaltung in vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausnahmsweise an, aber nur befristet.

## Was gehört zur Gesamtausstattung und zur Lohnabrechnung?

Zur Gesamtausstattung gehört jede Vergütung für die Geschäftsführung, nicht nur das Monatsgehalt. Das BMF nennt Festgehalt einschließlich Überstundenvergütung, Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Tantiemen und Gratifikationen, Pensionszusagen und Sachbezüge wie den Dienstwagen (Tz. 3). Alle Bestandteile zusammen werden mit der Angemessenheitsgrenze verglichen.

- **Pensionszusage:** Sie zählt mit ihrem Wert zur Gesamtausstattung und hat eigene Voraussetzungen, etwa eine Wartezeit zwischen Beginn der Tätigkeit und Zusage (Tz. 5).
- **Lohnsteuer:** Das Gehalt ist für die Geschäftsführerin Arbeitslohn. Die GmbH behält Lohnsteuer ein und meldet sie an (§ 38 und § 41a EStG). Fristen und Meldungen erklärt der Artikel [Ersten Mitarbeiter einstellen](https://www.fideus.de/wissen/ersten-mitarbeiter-einstellen).
- **Sozialversicherung:** Selbstständig ist eine Gesellschafter-Geschäftsführerin nur, wenn sie mindestens 50 % des Stammkapitals hält oder ihr der Gesellschaftsvertrag eine echte Sperrminorität einräumt ([BSG vom 14.3.2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html)).

Über die Fideus-Plattform erstellt ein spezialisierter Partner die monatliche Lohnabrechnung und die zugehörigen Meldungen, auch für das Gehalt der Geschäftsführung. Das ist gegen Aufpreis möglich; der Aufpreis steht im Angebot.

## Fazit

Ob ein Geschäftsführergehalt angemessen ist, hängt an Größe, Ertragslage und Fremdvergleich. Die Grundsätze von 2002 gelten laut Positivliste 2026 weiter. Liegt der Gewinn unter dem Doppelten des oberen OFD-Werts, setzt die Halbteilung die Grenze früher als die Tabelle. Mindestens so wichtig wie die Höhe ist die Form: eine klare Vereinbarung im Voraus, die auch so gelebt wird.

- Die Bezüge gelten in der Regel als angemessen, wenn danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in ihrer Höhe bleibt.
- Eine Tantieme erkennt die Verwaltung im Allgemeinen bis 25 % der angemessenen Gesamtbezüge an.
- Bei beherrschenden Gesellschaftern gelten Erhöhungen und Tantiemen steuerlich erst ab der Vereinbarung.

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## Quellen

- [§ 8 KStG – Ermittlung des Einkommens](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html)
- [§ 32a KStG – Erlass, Aufhebung oder Änderung von Steuerbescheiden bei verdeckter Gewinnausschüttung oder verdeckter Einlage](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html)
- [§ 20 EStG – Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)
- [§ 35 GmbHG – Vertretung der Gesellschaft](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__35.html)
- [§ 46 GmbHG – Aufgabenkreis der Gesellschafter](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html)
- [§ 48 GmbHG – Gesellschafterversammlung](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html)
- [§ 181 BGB – Insichgeschäft](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__181.html)
- BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002, IV A 2 – S 2742 – 62/02, BStBl I 2002, 972 – Angemessenheit der Gesamtbezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers
- BMF-Schreiben vom 1. Februar 2002, IV A 2 – S 2742 – 4/02, BStBl I 2002, 219 – Tantiemezusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer
- [Bundesfinanzministerium – Anwendung von BMF-Schreiben, Positivliste Stand 19. März 2026 (laufende Nummern 1186 und 1189)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html)
- [OFD Karlsruhe – Angemessenheit der Geschäftsführerbezüge ab 2024](https://ofd-bw.fv-bwl.de/site/pbs-bw-fa2/get/documents_E-1587952785/mfw/OFD/Dokumente/FAQ%20-%20Steuern/Angemessenheitstabelle_Gf-Geh%c3%a4lter_ab_2024.pdf)
- Körperschaftsteuer-Richtlinien 2022, R 8.5 Abs. 2, und Hinweise H 8.5 und H 8.8
- [BFH, Urteil vom 15. Juni 2016, VI R 6/13 – Gehaltsverzicht](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/)
- BFH, Urteile vom 28. Juni 1989, I R 89/85 (BStBl II 1989, 854), vom 27. Februar 2003, I R 46/01, und vom 4. Juni 2003, I R 24/02
- [BSG, Urteil vom 14. März 2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html)

Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026.

## Häufige Fragen

### Gibt es ein Mindestgehalt für den Geschäftsführer einer GmbH?

Steuerlich nicht. Die Finanzverwaltung wendet keine betragsmäßigen Unter- oder Obergrenzen an, sondern prüft jeden Einzelfall (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 22). Eine Gesellschafter-Geschäftsführerin kann auch ohne Gehalt arbeiten. Verzichtet sie, bevor der Anspruch entsteht, fließt ihr nach BFH vom 15.6.2016 (VI R 6/13) kein Arbeitslohn zu.

### Gilt die Angemessenheitsprüfung auch für die UG?

Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital und unterliegt denselben Regeln zur verdeckten Gewinnausschüttung. Kriterien, Halbteilung und formelle Anforderungen gelten unverändert. Zusätzlich muss die UG ein Viertel ihres um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage einstellen (§ 5a Abs. 3 GmbHG).

### Ist die OFD-Tabelle zum Geschäftsführergehalt verbindlich?

Nein. Die Tabelle der Oberfinanzdirektion Karlsruhe „ab 2024“ ist eine Orientierung der Finanzverwaltung in Baden-Württemberg, keine gesetzliche Grenze. Die Obergrenze bestimmt das Finanzamt im Einzelfall durch Schätzung. Liegt das Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern unter dem Doppelten des oberen Tabellenwerts, greift die Halbteilung früher als die Tabelle.

### Was ist besser, Gehalt oder Gewinnausschüttung?

Das hängt vom persönlichen Steuersatz, vom Gewinn der GmbH und von der Sozialversicherung ab. Ein angemessenes Gehalt mindert den Gewinn der GmbH und wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Eine Ausschüttung kommt aus bereits versteuertem Gewinn. Welche Aufteilung passt, ist eine Frage für die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist.

### Wer prüft, ob ein Geschäftsführergehalt angemessen ist?

Das Finanzamt, typischerweise bei der Veranlagung der Körperschaftsteuer oder in einer Betriebsprüfung. Es vergleicht die Gesamtbezüge mit Größe, Ertragslage und Vergleichswerten. Die Beurteilung im Einzelfall ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist.

**Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr.

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