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title: "Gesellschafterdarlehen oder Kapitalrücklage: Zins, Vertrag | Fideus"
description: "Gesellschafterdarlehen oder Kapitalrücklage? Unterschiede bei Zins, Vertrag, Rückzahlung und Rangrücktritt, mit Vergleichstabelle und Beleg-Checkliste."
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Gründung & Struktur

# Gesellschafterdarlehen oder Kapitalrücklage: Wie Geld in GmbH und Holding kommt

Was ein Gesellschafterdarlehen und eine Kapitalrücklage sind, wie sie sich bei Zins, Vertrag, Rückzahlung und Insolvenz unterscheiden und welche Belege die Kanzlei braucht. Mit Vergleichstabelle, Beleg-Checkliste und Holding-Beispiel.

Fideus Redaktion13 Min. Lesezeit31. Oktober 2026

Kurz zusammengefasst

- Ein Gesellschafterdarlehen ist Fremdkapital mit Anspruch auf Rückzahlung; eine Einzahlung in die Kapitalrücklage ist Eigenkapital ohne festen Rückzahlungsanspruch.
- Ein Darlehen braucht einen Vertrag vor der Zahlung. Die Tilgung ist für die Gesellschafterin keine Einnahme; Zinsen sind Kapitalerträge.
- Ein zinsloses Darlehen der Gesellschafterin an die GmbH ist keine verdeckte Gewinnausschüttung; ein zu hoher Zins kann eine sein.
- Im Insolvenzverfahren stehen Gesellschafterdarlehen in der Regel hinter den übrigen Gläubigern. Ein Rangrücktritt wirkt zusätzlich auf die Prüfung der Überschuldung.
- Jede Einzahlung braucht einen Nachweis, was sie ist: Gesellschaftsvertrag, Erklärung zur Kapitalrücklage oder Darlehensvertrag, jeweils mit Kontoauszug.

Ein **Gesellschafterdarlehen** ist Geld, das die Gesellschafterin ihrer GmbH oder UG leiht. Es bleibt Fremdkapital, die Gesellschaft muss es nach Vertrag zurückzahlen. Eine Einzahlung in die **Kapitalrücklage** ist dagegen Eigenkapital nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB, ohne festen Rückzahlungsanspruch. Das Darlehen braucht einen Vertrag vor der Zahlung. Im Insolvenzverfahren steht es in der Regel hinter den übrigen Gläubigern.

## Was ist ein Gesellschafterdarlehen?

Ein Gesellschafterdarlehen ist ein Darlehen, das eine Gesellschafterin ihrer eigenen Kapitalgesellschaft gibt. Zivilrechtlich ist es ein gewöhnlicher Darlehensvertrag. Die GmbH weist es in ihrer Bilanz als Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern aus, nach [§ 42 Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__42.html) in der Regel gesondert.

Typische Anlässe sind laufende Kosten einer UG mit wenig Stammkapital, der Kauf einer Beteiligung durch die Holding oder eine Lücke bis zur ersten Kundenzahlung. Dieser Artikel behandelt Geld, das in die Gesellschaft fließt. Für die Gegenrichtung, also Geld der GmbH an die Gesellschafterin, gelten andere Regeln; sie stehen im Artikel [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung).

## Was ist eine Kapitalrücklage in der GmbH?

Die Kapitalrücklage ist Eigenkapital, das Gesellschafter über das Stammkapital hinaus in die GmbH einzahlen. Eine notarielle Beurkundung ist nicht nötig, das Stammkapital bleibt unverändert. Maßgeblich ist, dass die Zahlung erkennbar für das Eigenkapital bestimmt ist. Das Handelsgesetzbuch beschreibt den Posten so:

> „Als Kapitalrücklage sind auszuweisen […] der Betrag von anderen Zuzahlungen, die Gesellschafter in das Eigenkapital leisten.“ – [§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__272.html)

Steuerlich erfasst die GmbH solche Einlagen auf dem steuerlichen Einlagekonto ([§ 27 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__27.html)). Das Konto entscheidet später, ob eine Rückzahlung steuerfrei ist. Dazu mehr im Abschnitt zur Rückzahlung.

### Kapitalrücklage, Gewinnrücklage und Rücklage der UG

Die Kapitalrücklage stammt von den Gesellschaftern, eine Gewinnrücklage aus dem eigenen Gewinn der GmbH. Die UG (haftungsbeschränkt) hat zusätzlich eine gesetzliche Rücklage: Ein Viertel des Jahresüberschusses, gemindert um einen Verlustvortrag, muss sie zurücklegen ([§ 5a Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html)). Diese Rücklage ist eine Gewinnrücklage und ersetzt keine Einzahlung. Wie sie funktioniert, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh).

## Darlehen, Kapitalrücklage oder Stammkapital: Was ist der Unterschied?

Stammkapital und Kapitalrücklage sind Eigenkapital, ein Gesellschafterdarlehen ist Fremdkapital. Daraus folgen die Unterschiede: Das Darlehen hat einen Rückzahlungsanspruch und kann verzinst werden. Eigenkapital fließt nur als Ausschüttung oder über eine Kapitalherabsetzung zurück. In der Insolvenz dient das Eigenkapital den Gläubigern, das Darlehen steht hinten an.

| Merkmal | Stammkapital | Kapitalrücklage | Gesellschafterdarlehen |
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzposten | Eigenkapital (gezeichnetes Kapital) | Eigenkapital (Kapitalrücklage) | Fremdkapital (Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern) |
| Form | Gesellschaftsvertrag oder Kapitalerhöhung, notariell beurkundet, Eintragung im Handelsregister | ohne Notar; Zahlung mit erkennbarer Bestimmung für das Eigenkapital | Darlehensvertrag vor der Zahlung, schriftlich zum Nachweis |
| Zins | keiner | keiner | frei vereinbar, fremdüblich oder zinslos |
| Rückzahlung | nur über eine Kapitalherabsetzung | per Gesellschafterbeschluss als Ausschüttung | nach Vertrag (Tilgung) |
| Steuer bei Rückzahlung | eigene Regeln der Kapitalherabsetzung | steuerfrei nur, soweit das Einlagekonto als verwendet gilt; zuerst gilt Gewinn als ausgezahlt | Tilgung ist keine Einnahme; Zinsen sind Kapitalertrag |
| In der Insolvenz | kein Anspruch der Gesellschafterin; das Vermögen dient den Gläubigern | kein Anspruch der Gesellschafterin; das Vermögen dient den Gläubigern | in der Regel nachrangig; Rückzahlung im letzten Jahr vor dem Antrag anfechtbar |
| Üblicher Nachweis | Gesellschaftsvertrag oder Musterprotokoll, Kontoauszug | Erklärung oder Beschluss zur Kapitalrücklage, Kontoauszug | Darlehensvertrag, Kontoauszug |

Stand 2026. Rechtsgrundlagen: § 272 HGB, § 42 GmbHG, § 27 KStG, § 20 EStG, §§ 39 und 135 InsO.

Das Stammkapital legt der Gesellschaftsvertrag fest. Bei der GmbH sind es mindestens 25.000 € ([§ 5 Abs. 1 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5.html)), bei der UG ab 1 €. Wie das Stammkapital in der ersten Bilanz steht, zeigt der Artikel [Eröffnungsbilanz der GmbH und UG](https://www.fideus.de/wissen/eroeffnungsbilanz-gmbh).

Welche Form für eine Einzahlung passt, hängt von Zweck, Dauer und Rückzahlungswunsch ab. Die steuerliche Einordnung im Einzelfall ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist; für die Verträge sind Rechtsanwalt oder Notar zuständig.

## Muss ein Gesellschafterdarlehen verzinst werden?

Nein. Ein Darlehen der Gesellschafterin an ihre GmbH darf zinslos sein. Für die GmbH ist das ein Vorteil, keine verdeckte Gewinnausschüttung, denn sie wird nicht belastet. Eine verdeckte Einlage ist der ersparte Zins ebenfalls nicht, weil reine Nutzungsvorteile nicht einlagefähig sind (BFH, Beschluss vom 26. Oktober 1987, GrS 2/86). Das steuerliche Risiko liegt beim zu hohen Zins.

- **Zinslos:** Die GmbH hat keinen Zinsaufwand, die Gesellschafterin keine Zinseinnahme. Eine Abzinsung der Verbindlichkeit entfällt für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2022 enden ([§ 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__6.html) mit [§ 52 Abs. 12 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__52.html)).
- **Fremdüblicher Zins:** Die GmbH zieht ihn als Betriebsausgabe ab. Die Gesellschafterin versteuert ihn als Kapitalertrag ([§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)).
- **Zu hoher Zins:** Der Teil über dem fremdüblichen Zins kann eine [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) sein. Er mindert dann das Einkommen der GmbH nicht ([§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html)).
- **Gegenrichtung:** Leiht die GmbH der Gesellschafterin Geld zinslos oder zu einem zu niedrigen Zins, kann das eine verdeckte Gewinnausschüttung sein. Diesen Fall behandelt der Artikel zur verdeckten Gewinnausschüttung.

**Wichtig:** Ist die Gesellschafterin mit mindestens 10 % beteiligt, gilt für die Zinsen nicht die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Sie versteuert sie mit ihrem persönlichen Einkommensteuersatz, soweit die GmbH die Zinsen als Betriebsausgabe abzieht ([§ 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. b EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html)).

### Welcher Zins ist üblich?

Einen festen Satz gibt es nicht. Maßstab ist der Fremdvergleich: Welchen Zins hätten fremde Vertragspartner für Betrag, Laufzeit und Sicherheit vereinbart? Ein Urteil des Bundesfinanzhofs betrifft den umgekehrten Fall, Geld der GmbH an die Gesellschafterin. Danach teilen sich fremde Partner ohne andere Anhaltspunkte die übliche Bankmarge zwischen Soll- und Habenzins ([BFH vom 22. Februar 2023, I R 27/20](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202310105/)). Ob ein Zins im Einzelfall fremdüblich ist, beurteilt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist.

## Was muss im Darlehensvertrag stehen, und wann muss er geschlossen sein?

Der Darlehensvertrag wird vor der Zahlung geschlossen und so durchgeführt, wie er vereinbart ist. Ein Formzwang besteht nicht, aber nur ein schriftlicher Vertrag belegt den Inhalt.

Für eine beherrschende Gesellschafterin gilt ein strengerer Maßstab. Zinsen an sie sind in der Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn eine zivilrechtlich wirksame, klare und im Voraus abgeschlossene Vereinbarung fehlt ([R 8.5 Abs. 2 KStR 2022](https://ksth.bundesfinanzministerium.de/ksth/2026/A-Koerperschaftsteuergesetz/II-Einkommen/1-Allgemeine-Vorschriften/Paragraf-8/inhalt.html)). Dasselbe gilt, wenn nicht so verfahren wird, wie vereinbart ist.

- **Betrag und Auszahlung:** Höhe, Zeitpunkt, bei einem Rahmen auch der Höchstbetrag.
- **Zins:** Satz und Fälligkeit, oder ausdrücklich zinslos.
- **Laufzeit und Tilgung:** Ende, Raten oder Rückzahlung in einem Betrag, Kündigungsrecht.
- **Verlängerung:** Reicht das Geld der Gesellschaft zum Laufzeitende nicht, wird die Verlängerung vor Ablauf schriftlich vereinbart.
- **Durchführung:** Zahlungen fließen wie vereinbart, die Tilgung erfolgt zum vereinbarten Termin.

Der Vertrag ist eine Rechtsfrage. Ihn gestalten Rechtsanwalt oder Notar.

## Welche Nachweise gehören zu einer Einzahlung?

Jede Zahlung vom Privatkonto auf das Konto der Gesellschaft braucht einen Nachweis, was sie ist. Der Kontoauszug zeigt nur Betrag und Datum. Ob Stammkapital, Kapitalrücklage oder Darlehen, ergibt sich erst aus Gesellschaftsvertrag, Erklärung oder Vertrag. Einen Notar braucht die Einzahlung in die Kapitalrücklage nicht; ein schriftlicher Nachweis macht die Einordnung später belegbar.

| Zahlung | Üblicher Nachweis | Verwendungszweck (Beispiel) |
| --- | --- | --- |
| Stammkapital bei der Gründung | Gesellschaftsvertrag oder Musterprotokoll und Kontoauszug | „Einzahlung Stammkapital“ |
| Einzahlung in die Kapitalrücklage | schriftliche Erklärung der Gesellschafterin oder Gesellschafterbeschluss, dass die Zahlung in die Kapitalrücklage geht, und Kontoauszug | „Einzahlung Kapitalrücklage“ |
| Gesellschafterdarlehen | Darlehensvertrag, vor der Zahlung unterschrieben, und Kontoauszug | „Gesellschafterdarlehen laut Vertrag vom …“ |
| Stammkapital und Rücklage in einer Überweisung | beide Nachweise; der Betrag wird aufgeteilt | beide Teile mit Betrag nennen |
| Kosten der GmbH privat bezahlt | Rechnung auf die Gesellschaft und privater Zahlungsnachweis; Erstattung, Darlehen oder Einlage vorher festlegen | – |

Im Onboarding von Holding-UGs auf der Fideus-Plattform fällt ein Fehler auf: Geld wird ohne Darlehensvertrag zwischen Privat- und Firmenkonto verschoben. Dann ist unklar, ob die Gesellschaft der Gesellschafterin etwas schuldet. Fließt Geld ohne Grundlage zurück, kann das eine verdeckte Gewinnausschüttung sein.

Über die Fideus-Plattform liegen Kontobewegungen und Nachweise an einem Ort:

- **Bankkonten:** Du verknüpfst die Geschäftskonten einmal, danach ruft die Plattform die Transaktionen automatisch ab.
- **Nachweise:** Du lädst Vertrag, Beschluss, Erklärung oder Gesellschaftsvertrag hoch oder leitest sie per E-Mail weiter.
- **Zuordnung:** Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu und schlägt ein Buchungskonto vor.

Die Kanzlei, bei der du mandatiert bist, prüft den Vorschlag, kontiert und bucht in eigener Verantwortung. Anhand der Nachweise ordnet sie jede Einzahlung ein und weist sie im Jahresabschluss aus. Für eine Einzahlung in die Kapitalrücklage verlangt die Kanzlei über Fideus in der Regel einen Gesellschafterbeschluss oder eine schriftliche Erklärung der Gesellschafterin. Darin steht, dass die Zahlung in die Kapitalrücklage fließt; dazu kommt der Kontoauszug.

Für die Gestaltung von Beschluss oder Erklärung sind Rechtsanwalt oder Notar zuständig. Vor der Übermittlung gibt die Geschäftsführung den Abschluss frei. Fragen an das Fideus-Team gehen über die Plattform oder per E-Mail; die Antwort kommt in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

## Wie fließt Geld in der Holding-Struktur?

In einer [Holding-Struktur](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) fließt Geld in zwei Stufen: von der Gesellschafterin in die Holding und von der Holding in die Tochter. Auf jeder Stufe stellt sich dieselbe Frage, Darlehen oder Eigenkapital. Die Antwort kann auf beiden Stufen verschieden sein. Unter welchen Bedingungen sich die Struktur selbst rechnet, erklärt der Artikel [Ab wann lohnt sich eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/holding-lohnt-sich)

Fiktives Beispiel: Eine Gesellschafterin gründet eine Holding-UG mit 1.000 € Stammkapital. Sie zahlt weitere 30.000 € ein, damit die Holding eine Tochter-GmbH mit 25.000 € Stammkapital gründen kann. Die Holding hat im ersten Jahr 2.000 € laufende Kosten und noch keine Erträge (Annahme).

| Bilanz der Holding zum Jahresende | 30.000 € als Darlehen | 30.000 € in die Kapitalrücklage |
| --- | --- | --- |
| Stammkapital | 1.000 € | 1.000 € |
| Kapitalrücklage | 0 € | 30.000 € |
| Jahresfehlbetrag | −2.000 € | −2.000 € |
| Eigenkapital | −1.000 € | 29.000 € |
| Verbindlichkeit gegenüber der Gesellschafterin | 30.000 € | 0 € |

Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktive Zahlen, vereinfacht ohne Steuern und Rücklage nach § 5a Abs. 3 GmbHG; Stand 2026.

Mit Darlehen ist das Eigenkapital der Holding nach dem ersten Jahr negativ. Die Bilanz zeigt dann auf der Aktivseite einen „Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ ([§ 268 Abs. 3 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__268.html)). Mit Kapitalrücklage bleibt es positiv.

Schüttet die Tochter später an die Holding aus, kann die Holding ein Darlehen aus diesem Geld tilgen; für die Gesellschafterin ist die Tilgung keine Einnahme. Wie Dividenden in der Holding besteuert werden, erklärt der Artikel [§ 8b KStG](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg).

Das Fideus-Team beobachtet im Onboarding: Holdings, die keinen Verkauf einer Beteiligung planen, geben Geld unter anderem als Darlehen an die Tochter oder an weitere eigene Gesellschaften. Was gilt, wenn ein Darlehen der Holding an die Tochter ausfällt, steht ebenfalls im Artikel zu § 8b KStG.

## Brauche ich einen Rangrücktritt?

Ein Rangrücktritt ist eine Vereinbarung, nach der die Gesellschafterin ihr Darlehen erst nach den übrigen Gläubigern zurückbekommt. Im Insolvenzverfahren gilt ein solcher Nachrang für Gesellschafterdarlehen schon kraft Gesetzes. Der vereinbarte Rangrücktritt wirkt zusätzlich auf die Frage, ob die Gesellschaft überschuldet ist.

- **Nachrang ohne Vereinbarung:** Forderungen auf Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens stehen im Insolvenzverfahren hinter den übrigen Gläubigern ([§ 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__39.html)). Ausgenommen sind Gesellschafter, die nicht Geschäftsführer sind und höchstens 10 % halten (§ 39 Abs. 5 InsO).
- **Überschuldung:** Sie liegt vor, wenn das Vermögen die Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und die Fortführung in den nächsten zwölf Monaten nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Darlehen mit vereinbartem Rangrücktritt zählen dabei nicht als Verbindlichkeit ([§ 19 Abs. 2 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html)).
- **Rückzahlung vor der Insolvenz:** Zahlt die Gesellschaft ein Gesellschafterdarlehen im letzten Jahr vor dem Insolvenzantrag zurück, ist das anfechtbar ([§ 135 Abs. 1 Nr. 2 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__135.html)).

Zum Thema wird der Rangrücktritt typischerweise bei einer UG mit wenig Stammkapital, deren Kosten über ein Darlehen laufen, wie im Beispiel oben. Ob eine Gesellschaft überschuldet ist und ob ein Rangrücktritt nötig ist, ist eine Rechtsfrage des Einzelfalls. Die Vereinbarung gestalten Rechtsanwalt oder Notar.

## Wie bekomme ich das Geld später zurück?

Ein Darlehen bekommst du nach Vertrag zurück. Die Tilgung ist für dich keine Einnahme, nur Zinsen sind Kapitalertrag. Eine Kapitalrücklage fließt dagegen nur über einen Gesellschafterbeschluss als Ausschüttung zurück. Steuerfrei ist sie nur, soweit dafür das steuerliche Einlagekonto als verwendet gilt.

Dafür gibt es eine feste Reihenfolge: Eine Ausschüttung mindert das Einlagekonto nur, soweit sie den ausschüttbaren Gewinn übersteigt ([§ 27 Abs. 1 Satz 3 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__27.html)). Hat die Gesellschaft Gewinne angesammelt, gilt zuerst dieser Gewinn als ausgezahlt. Nur der Teil aus dem Einlagekonto gehört bei der Gesellschafterin nicht zu den Einnahmen ([§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)). Wie eine reguläre Ausschüttung abläuft, erklärt der Artikel [Gewinnausschüttung GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh).

## Fazit

Ob Darlehen oder Kapitalrücklage, entscheidet sich vor der Zahlung. Das Darlehen bleibt Fremdkapital mit Rückzahlungsanspruch und braucht einen Vertrag. Die Kapitalrücklage stärkt das Eigenkapital, fließt aber nur als Ausschüttung zurück. Beide brauchen einen Nachweis, damit die Kanzlei die Zahlung richtig einordnet.

- Vertrag oder Erklärung vor der Zahlung schriftlich festhalten.
- Ein zinsloses Darlehen der Gesellschafterin an die GmbH ist keine verdeckte Gewinnausschüttung; ein vereinbarter Zins muss fremdüblich sein.
- Für Vertrag und Rangrücktritt sind Rechtsanwalt oder Notar zuständig.

Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Für Holdings strukturiert die Plattform Belege und Bankdaten; Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Das Paket Holding Lite beginnt bei 600 € pro Jahr netto, für UG und GmbH zum selben Preis. Das ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Über die Plattform werden mehr als 650 Unternehmen verwaltet. Pakete und Ablauf zeigt die Seite [Fideus für Holdings](https://www.fideus.de/branchen/holding); alle Pakete stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise).

## Quellen

- [§ 272 HGB – Eigenkapital](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__272.html)
- [§ 268 HGB – Vorschriften zu einzelnen Posten der Bilanz](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__268.html)
- [§ 42 GmbHG – Bilanz](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__42.html)
- [§ 5a GmbHG – Unternehmergesellschaft](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html)
- [§ 19 InsO – Überschuldung](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html)
- [§ 39 InsO – Nachrangige Insolvenzgläubiger](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__39.html)
- [§ 135 InsO – Gesellschafterdarlehen](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__135.html)
- [§ 20 EStG – Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)
- [§ 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html)
- [§ 27 KStG – Nicht in das Nennkapital geleistete Einlagen](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__27.html)
- [BFH, Urteil vom 22. Februar 2023, I R 27/20](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202310105/)
- [§ 8 KStG – Ermittlung des Einkommens](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html)
- [Amtliches Körperschaftsteuer-Handbuch 2026 (BMF): R 8.5 KStR 2022, H 8.9 KStH](https://ksth.bundesfinanzministerium.de/ksth/2026/A-Koerperschaftsteuergesetz/II-Einkommen/1-Allgemeine-Vorschriften/Paragraf-8/inhalt.html)
- BFH, Beschluss vom 26. Oktober 1987, GrS 2/86, BStBl II 1988 S. 348
- BFH, Beschluss vom 9. Juni 1997, GrS 1/94, BStBl II 1998 S. 307

## Häufige Fragen

### Sind Gesellschafterdarlehen Eigenkapital?

Nein. In der Bilanz der GmbH ist ein Gesellschafterdarlehen Fremdkapital, eine Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern (§ 42 Abs. 3 GmbHG). Das gilt in der Regel auch mit Rangrücktritt. Im Insolvenzverfahren steht die Forderung allerdings hinter den übrigen Gläubigern (§ 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO). Eigenkapital sind unter anderem Stammkapital und Kapitalrücklage.

### Kann man eine Kapitalrücklage ausschütten?

Ja. Die Gesellschafter können die Kapitalrücklage auflösen und den Betrag per Beschluss ausschütten, soweit dabei kein Vermögen ausgezahlt wird, das zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlich ist (§ 30 GmbHG). Steuerfrei ist die Ausschüttung nur, soweit dafür das steuerliche Einlagekonto als verwendet gilt (§ 27 Abs. 1 Satz 3 KStG). Hat die GmbH ausschüttbaren Gewinn, gilt zuerst dieser als ausgezahlt.

### Kann ein Gesellschafterdarlehen in die Kapitalrücklage umgewandelt werden?

Ja, zum Beispiel indem die Gesellschafterin auf ihre Forderung verzichtet und der Betrag in die Kapitalrücklage geht. Steuerlich ist das eine Einlage nur in Höhe des Teils der Forderung, der zum Zeitpunkt des Verzichts noch werthaltig ist (BFH, Beschluss vom 9. Juni 1997, GrS 1/94). Der nicht mehr werthaltige Teil erhöht den steuerlichen Gewinn der GmbH. Die Einordnung im Einzelfall ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist.

### Kann eine GmbH ihrer Gesellschafterin ein Darlehen geben?

Ja, mit einem Vertrag, der wie unter Fremden gestaltet ist: Zins, Laufzeit, Tilgung, und mit der Absicht, das Geld zurückzuzahlen. Fehlt das, kann eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegen. Das ist die Gegenrichtung zu diesem Artikel; sie steht im Artikel zur verdeckten Gewinnausschüttung.

### Was gilt, wenn ich ohne Vertrag Geld eingezahlt habe?

Dann fehlt der schriftliche Nachweis, ob die Zahlung ein Darlehen oder eine Einlage war. Wie sie zu behandeln ist, ordnet die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, anhand der vorhandenen Unterlagen ein. Für künftige Zahlungen gilt: Vertrag oder Erklärung vor der Zahlung schriftlich festhalten.

**Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 10/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr.

Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion.

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