Recht und Steuern

Was sind die Unterschiede zwischen einer UG und einer GmbH?

12 Jan 2025
6 min Lesezeit

Was sind die Unterschiede zwischen einer UG und einer GmbH?

Wenn du ein Unternehmen in Deutschland gründen möchtest, stehst du schnell vor einer wichtigen Entscheidung: UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH?

Beide Rechtsformen gehören zur Familie der Kapitalgesellschaften und bieten Gesellschaftern einen wichtigen Vorteil: Die Haftung beschränkt sich in der Regel auf das Gesellschaftsvermögen. Doch hinter dieser Gemeinsamkeit verbergen sich entscheidende Unterschiede, die gerade für GründerInnen und UnternehmerInnen essentiell sind.

UG vs. GmbH – die wichtigsten Unterschiede

Mindeststammkapital
UG (haftungsbeschränkt): ab 1 € möglich
GmbH: 25.000 € vorgeschrieben

Einzahlung bei Gründung
UG: in voller Höhe
GmbH: mindestens 12.500 € bei Anmeldung

Rücklagenpflicht
UG: 25 % des Jahresgewinns bis 25.000 € erreicht sind
GmbH: keine gesetzliche Pflicht

Gründungskosten
UG: geringer (ca. 400 €+)
GmbH: höher (ca. 2.000 €+)

Bonität & Reputation
UG: oft niedriger bei Banken und Geschäftspartnern
GmbH: höhere Kreditwürdigkeit

Firmenname
UG: Muss „UG (haftungsbeschränkt)“ tragen
GmbH: Muss „GmbH“ tragen

Sach-Einlagen
UG: nur Bareinlagen möglich
GmbH: auch Sacheinlagen (z. B. Maschinen, Immobilien) zulässig

Umwandlung
UG: Umwandlung in eine GmbH möglich
GmbH: keine Umwandlung vorgesehen

Man working at desk

Was ist eine UG?

Die Unternehmergesellschaft, kurz UG (haftungsbeschränkt), wurde für GründerInnen mit wenig Startkapital geschaffen. Im Gegensatz zur klassischen GmbH kann sie theoretisch bereits mit einem Euro Stammkapital gegründet werden, daher auch der umgangssprachliche Begriff „Mini-GmbH“ oder 1-Euro-GmbH.

Wann ist eine UG sinnvoll?
  • Du willst schnell und günstig starten
  • Du hast aktuell kein großes Kapital verfügbar
  • Du möchtest eine Haftungsbeschränkung ohne eigenes Privatvermögen

Aber Achtung: Die niedrigen Kapitalkosten gehen mit einer Rücklagepflicht einher.

Du musst mindestens 25 % deines Jahresgewinns einbehalten und in die Gesellschaftsreserven fließen lassen, bis das Kapital von 25.000 € erreicht ist (und damit der Status einer „vollen“ GmbH).

Was ist eine GmbH?

Die GmbH ist seit Jahrzehnten die Standard-Rechtsform für mittelständische Unternehmen und dies mit gutem Grund: Sie verlangt ein Mindeststammkapital von 25.000 €, wovon bei der Anmeldung mindestens die Hälfte eingezahlt werden muss. Diese solide Kapitalbasis wirkt sich positiv auf Reputation, Bonität und Verhandlungsposition gegenüber Banken, Lieferanten und Geschäftspartnern aus.

Was sind die Vorteile einer GmbH?

  • Stärkere Außenwirkung bei KundInnen und Finanzpartnern
  • Bonität & Kreditwürdigkeit meist besser
  • Keine Pflicht zur Rücklagenbildung
  • Auch Sacheinlagen (z. B. Maschinen, Immobilien) möglich

Der Weg von der UG zur GmbH

Du kannst deine UG später in eine GmbH umwandeln, sobald das Stammkapital durch Gewinne und Reservebildung ausreichend ist.

So startest du günstig und behältst die Option auf ein klassisches GmbH-Profil, sobald dein Unternehmen wächst.

UG oder GmbH – Was passt zu dir?

UG und GmbH teilen viele Grundlagen, aber sie sprechen unterschiedliche Bedarfslagen an:

  • Die UG bietet dir einen leichten Einstieg mit niedrigen Hürden.
  • Die GmbH gibt dir Solidität, Vertrauen und Wachstumspotenzial.

Beide Formen haben ihre Berechtigung und oft entscheidet dein Geschäftsmodell, Kapital und deine strategische Ausrichtung darüber, welche Rechtsform langfristig am besten zu dir passt.

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