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Steuern & Jahresabschluss

Ruhende GmbH, UG oder Holding ohne Umsatz: Welche Pflichten bleiben und was sie kosten

Auch ohne Umsatz bleiben Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen. Wann die Umsatzsteuererklärung entfällt und was eine ruhende GmbH im Jahr kostet.

Fideus Redaktion14 Min. Lesezeit

Eine GmbH ruhen lassen, ohne dass Pflichten bleiben, geht nicht. Solange eine GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) im Handelsregister steht, braucht sie jedes Jahr Buchführung, Jahresabschluss, E-Bilanz, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung sowie die Offenlegung im Unternehmensregister. Das gilt auch für eine Holding ohne Umsatz und für ein Jahr ohne Buchungen. Eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung braucht eine reine Holding in der Regel nur, wenn sie Unternehmerin ist oder das Finanzamt sie anfordert.

Kann man eine GmbH ruhen lassen?

Eine GmbH lässt sich wirtschaftlich ruhen lassen, rechtlich aber nicht. Das Handelsregister kennt keinen Status „ruhend“. Die GmbH bleibt Handelsgesellschaft und Kaufmann, unabhängig davon, ob sie Geschäfte macht (§ 13 Abs. 3 GmbHG, § 6 HGB). Ihre Tätigkeit gilt steuerlich stets als Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 2 GewStG). Alle Pflichten laufen deshalb weiter, bis die Gesellschaft gelöscht ist.

Auch eine Gewerbeabmeldung ändert daran nichts. Sie beendet die Anzeigepflicht nach der Gewerbeordnung, nicht die Pflichten einer Kapitalgesellschaft nach HGB und Steuerrecht. Wer die Gesellschaft nicht mehr braucht, muss sie auflösen und liquidieren.

Die Auflösung beschließen die Gesellschafter in der Regel mit drei Vierteln der abgegebenen Stimmen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG). Die Liquidatoren rufen die Gläubiger auf (§ 65 Abs. 2 GmbHG) und stellen weiter Abschlüsse auf (§ 71 Abs. 1 GmbHG). Das Vermögen darf frühestens ein Jahr nach dem Aufruf verteilt werden (§ 73 Abs. 1 GmbHG), danach folgt die Löschung. Rechtliche Fragen dazu beantworten Notar und Rechtsanwalt.

Welche Pflichten hat eine GmbH ohne Umsatz?

Eine GmbH ohne Umsatz hat fast dieselben Pflichten wie eine aktive Gesellschaft. Der Grund steht im Handelsgesetzbuch: Die Pflicht zum Abschluss knüpft an die Kaufmannseigenschaft an, nicht an Umsatz oder Gewinn. Wörtlich heißt es in § 242 Abs. 1 Satz 1 HGB:

„Der Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluß eines jeden Geschäftsjahrs einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluß (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen.“

Die Tabelle unterscheidet die Holding mit Beteiligungen von einer Gesellschaft ganz ohne Geschäft, etwa einer Vorrats-UG.

Pflichten einer GmbH oder UG ohne Umsatz, Stand 2026
PflichtHolding mit BeteiligungenGesellschaft ganz ohne GeschäftGrundlage
Buchführungja, auch bei wenigen Buchungenja, auch ohne Kontobewegung§ 238 HGB, § 13 Abs. 3 GmbHG
Jahresabschluss (Bilanz, GuV, ggf. Anhang)jaja§§ 242, 264 HGB
Feststellung durch die Gesellschafterjaja§ 46 Nr. 1 GmbHG
E-Bilanz an das Finanzamtjaja§ 5b EStG
Körperschaftsteuererklärungjaja, als Nullerklärung§ 31 KStG
Gewerbesteuererklärungjaja, als Nullerklärung§ 14a GewStG, § 2 Abs. 2 GewStG
Umsatzsteuer-Jahreserklärungnur unter Bedingungen (Tabelle unten)nur unter Bedingungen (Tabelle unten)§ 18 UStG, § 149 Abs. 1 AO
Offenlegung im Unternehmensregisterjaja§ 325 HGB
TransparenzregisterMeldung und JahresgebührMeldung und Jahresgebühr§ 20 GwG, TrGebV
IHK-BeitragGrundbeitragGrundbeitrag§§ 2, 3 IHKG

Allgemeine Übersicht, Stand Oktober 2026. Welche Pflichten im Einzelnen gelten, ordnet die Steuerkanzlei ein, bei der du mandatiert bist.

Braucht eine Holding ohne Umsatz einen Jahresabschluss?

Ja: Eine Holding ohne Umsatz stellt jedes Jahr einen Jahresabschluss auf, auch wenn sie nur Beteiligungen hält oder im Gründungsjahr kein Geld bewegt hat. Kleine Kapitalgesellschaften haben dafür in der Regel bis zu sechs Monate nach dem Geschäftsjahr Zeit (§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB). Danach stellen die Gesellschafter den Abschluss fest, und er wird im Unternehmensregister offengelegt. Was für ein kurzes erstes Geschäftsjahr gilt, erklärt der Artikel Rumpfgeschäftsjahr.

Der Abschluss einer Holding ohne Umsatz ist kurz, aber nicht leer. In der Bilanz stehen die Beteiligungen, das Bankguthaben, das Eigenkapital und etwaige Darlehen der Gesellschafter. Die GuV zeigt die laufenden Kosten und gegebenenfalls Dividenden. Eine Kleinstkapitalgesellschaft braucht in der Regel keinen Anhang, wenn sie bestimmte Angaben unter der Bilanz macht (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB). Ob die Gesellschaft dazu gehört, ordnet die Kanzlei ein.

Bei einer UG kommt die gesetzliche Rücklage dazu, die ein Viertel eines Jahresüberschusses bindet. Ohne Erträge entsteht meist ein Fehlbetrag, dann wird nichts eingestellt. Mehr dazu erklärt der Artikel UG als Holding. Fristen und Ordnungsgeld beschreibt der Artikel Offenlegung des Jahresabschlusses.

Muss eine Holding ohne Umsatz eine Umsatzsteuererklärung abgeben?

Eine Holding, die nur Beteiligungen hält und Dividenden bezieht, ist in der Regel keine Unternehmerin im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und gibt keine Umsatzsteuer-Jahreserklärung ab. Erklärungspflichtig wird sie in der Regel, wenn sie Leistungen gegen Entgelt erbringt, Steuer nach § 13b UStG schuldet oder das Finanzamt sie dazu auffordert (§ 149 Abs. 1 Satz 2 AO).

Unternehmer ist nach § 2 Abs. 1 UStG, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Das bloße Halten von Beteiligungen zählt nach Auffassung der Finanzverwaltung nicht dazu. Eine Holding, die mit entgeltlichen Leistungen in die Verwaltung ihrer Töchter eingreift, ist dagegen Unternehmerin (Abschn. 2.3 Abs. 2 und 3 UStAE). Entscheidend ist deshalb, was die Holding tut, nicht, ob sie im Jahr Umsatz hatte.

Umsatzsteuer-Jahreserklärung bei einer Gesellschaft ohne Umsatz, Stand 2026
SituationFolge für die JahreserklärungGrundlage
Die Holding hält nur Beteiligungen und erhält Dividenden, ohne Leistungen gegen Entgelt zu erbringenIn der Regel keine Unternehmerin, keine Umsatzsteuererklärung. Dividenden sind kein Umsatz.§ 2 Abs. 1 UStG, Abschn. 2.3 Abs. 2 und 3 UStAE
Die Holding erbringt Leistungen gegen Entgelt, etwa Managementleistungen an die TochterUnternehmerin. Die Jahreserklärung bleibt Pflicht, auch in einem Jahr ohne Umsatz, außer bei einer Kleinunternehmerin (Zeile unten).§ 18 Abs. 3 UStG, Abschn. 2.3 Abs. 3 UStAE
Die Gesellschaft war früher operativ tätig und ist beim Finanzamt noch als Unternehmerin erfasstDas Finanzamt erwartet weiter Erklärungen, bis die Erfassung angepasst ist. Wann die Unternehmereigenschaft endet, ordnet die Kanzlei ein.§ 2 Abs. 1 UStG, § 149 Abs. 1 AO
Kleinunternehmerin: Umsatz im Vorjahr bis 25.000 €, im laufenden Jahr bis 100.000 €Keine Umsatzsteuer-Jahreserklärung, außer in den beiden Fällen darunter.§ 19 Abs. 1 UStG
Die Gesellschaft schuldet für eine bezogene Leistung die Steuer selbst (Reverse Charge)Voranmeldung für den betroffenen Zeitraum und Jahreserklärung, auch ohne eigenen Umsatz.§ 13b Abs. 5 UStG, § 18 Abs. 4a UStG, Abschn. 13b.1 Abs. 1 UStAE
Das Finanzamt fordert eine Erklärung anDie Erklärung ist abzugeben.§ 149 Abs. 1 Satz 2 AO

Allgemeine Übersicht, Stand Oktober 2026. Ob eine Gesellschaft Unternehmerin ist und welche Erklärungen sie abgibt, ordnet die Steuerkanzlei ein, bei der du mandatiert bist.

Zwei Punkte werden oft verwechselt. Eine Holding ohne Umsatz ist nicht automatisch Kleinunternehmerin: Die Regel nach § 19 UStG gilt nur für Unternehmer. Und Reverse Charge betrifft auch Gesellschaften ohne eigene Umsätze, weil § 13b Abs. 5 UStG juristische Personen als Steuerschuldner nennt. Ob eine bezogene Leistung darunter fällt, hängt vom Ort der Leistung ab. Die Regeln erklärt der Artikel Reverse-Charge-Verfahren.

Für die Umsatzsteuer-Jahreserklärung einer Gesellschaft ohne Umsatz gibt es über die Fideus-Plattform ein Add-on, das auf der Preisseite „Umsatz als Kleinunternehmer“ heißt. Es kommt dazu, wenn das Finanzamt die Gesellschaft als Unternehmerin führt oder die Erklärung anfordert. Die Kanzlei erstellt die Erklärung in eigener Verantwortung und ordnet ein, ob die Gesellschaft Kleinunternehmerin ist; der Aufpreis steht im Angebot.

Muss die Gesellschaft auch Voranmeldungen abgeben, gilt bei Holdings Holding Pro, sonst das Paket „Operatives Unternehmen“. Wann Voranmeldungen anfallen, erklärt der Artikel Umsatzsteuervoranmeldung der GmbH.

Warum lohnt sich die Steuererklärung auch ohne Umsatz?

Die Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung einer Gesellschaft ohne Umsatz ist keine Formsache. Laufende Kosten wie Abschluss, IHK-Beitrag und Registergebühren ergeben einen Verlust. Das Finanzamt stellt den verbleibenden Verlustvortrag gesondert fest (§ 10d Abs. 4 EStG mit § 8 Abs. 1 KStG). Er mindert spätere steuerpflichtige Erträge, für die Gewerbesteuer gilt ein eigener Vortrag (§ 10a GewStG).

Das wirkt sich bei einer Holding aus, wenn später Dividenden fließen. Diese sind zu 95 % steuerfrei, 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 1 und 5 KStG). Voraussetzung ist eine Beteiligung von mindestens 10 % zu Beginn des Jahres (§ 8b Abs. 4 KStG). Wie das wirkt, zeigt das fiktive Beispiel.

Modellrechnung: Verlustvortrag einer Holding ohne Umsatz
PostenBetrag
Jahre 1–3: laufende Kosten ohne Erträge, je 900 €Verlustvortrag 2.700 €
Jahr 4: Dividende der Tochter60.000 €
davon steuerpflichtig (5 %, § 8b Abs. 5 KStG)3.000 €
abzüglich laufende Kosten Jahr 4−900 €
Einkommen vor Verlustabzug2.100 €
Verlustabzug aus dem Vortrag−2.100 € (Rest 600 €)
Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag (15,825 %)0 € statt rund 332 €

Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktive Holding-GmbH mit einer Beteiligung von 100 % seit der Gründung. Kosten von 900 € pro Jahr sind eine Annahme. Gerechnet ist nur die Körperschaftsteuer (15 %, § 23 Abs. 1 KStG) mit Solidaritätszuschlag (5,5 %), ohne Gewerbesteuer. Der Verlustvortrag kann wegfallen, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % der Anteile an einen Erwerber übertragen werden (§ 8c KStG). Stand Oktober 2026.

Was kostet eine GmbH oder Holding ohne Umsatz im Jahr?

Den größten Posten bilden Buchhaltung, Jahresabschluss, E-Bilanz und die Steuererklärungen. Über die Fideus-Plattform beginnt das für eine Holding oder eine Gesellschaft ganz ohne Geschäft bei 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite. Die mandatierte Steuerkanzlei bucht und erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung. Eine Modellrechnung nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ergibt für eine kleine Holding inklusive Buchführung im Mittel 1.978,80 € netto; dazu kommen kleinere Pflichtposten.

Laufende Kosten einer Holding ohne Umsatz pro Jahr, Stand 2026
PostenFideus, Holding LiteEinzelabrechnung nach StBVV, Mittelwert
Buchhaltung, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz, Offenlegungab 600 € / Jahr netto1.978,80 € netto
Registergebühren der Offenlegung18,50 € oder 25 € je nach Größenklasse, zuzüglich 3 € Jahresgebühr (Nr. 1410, 1420, 1421 KV JVKostG)
Transparenzregister19,80 € / Jahr (TrGebV)
IHK-Grundbeitraglaut Wirtschaftssatzung der IHK, Beispiel IHK Frankfurt am Main 2026: 180 €
Geschäftskontolaut Preisverzeichnis der Bank

Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, fiktive GmbH mit einer Beteiligung, 50.000 € Bilanzsumme, ohne Ausschüttungen, inklusive Buchführung nach § 33 Abs. 1 StBVV; Mittelwert des Gebührenrahmens, ohne Zeitgebühren und Auslagen. Paketpreis laut Preisseite, Stand Oktober 2026. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Registergebühren stellt das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung.

Alle Pakete stehen auf der Seite Preise. Den vollständigen Rechenweg nach StBVV zeigt der Artikel Steuerberater-Kosten für eine Holding. Gründungs- und Einmalkosten stehen im Artikel Holding gründen: Kosten. Ab welcher Ausschüttung der Steueraufschub die laufenden Kosten deckt, zeigt der Artikel Ab wann lohnt sich eine Holding?

Muss eine GmbH ohne Umsatz IHK-Beitrag zahlen?

Ja. Eine GmbH oder UG gehört kraft Rechtsform zur IHK (§ 2 IHKG); die Freistellung kleiner Gewerbeerträge nach § 3 Abs. 3 IHKG gilt für Kapitalgesellschaften nicht. Bei der IHK Frankfurt am Main beträgt der Grundbeitrag 2026 für im Handelsregister eingetragene Unternehmen 180 € bei Verlust oder einem Gewerbeertrag bis 38.000 €. Die Umlage von 0,14 % des Gewerbeertrags entfällt ohne Ertrag.

Was kostet es, die Pflichten zu versäumen?

Wer Abschluss und Erklärungen auslässt, spart keine Kosten, sondern verschiebt sie:

  • Offenlegung: Ordnungsgeld von 2.500 € bis 25.000 € (§ 335 HGB) und 100 € Gebühr je Verfahren (Nr. 1210 KV JVKostG), wiederholt bis zur Offenlegung.
  • Steuererklärungen: Schätzung, Zwangsgeld bis 25.000 € (§ 329 AO) und ein Verspätungszuschlag, der bei 0 € Steuer möglich, aber nicht zwingend ist (§ 152 Abs. 1 und 3 AO).
  • Transparenzregister: Eine fehlende Meldung ist eine Ordnungswidrigkeit (§ 56 GwG), mehr im Artikel Transparenzregister.
  • Verlustvortrag: Ohne Erklärung fehlt in der Regel die Feststellung des Verlusts.

Welche Fehler passieren bei Gesellschaften ohne Umsatz?

Der Grundirrtum ergibt sich aus der Rechtslage: Ein Jahr ohne Buchungen ist nicht pflichtfrei, Jahresabschluss und Erklärungen bleiben. Im Onboarding auf der Fideus-Plattform fallen außerdem Lücken bei Meldungen und Fristen auf:

  • Transparenzregister: Bei neu gegründeten Holdings fehlt die Meldung der wirtschaftlich Berechtigten.
  • Offenlegung eines Vorjahres: Die Offenlegung wurde versäumt, und die Androhung des Bundesamts für Justiz liegt bereits vor.
  • Vorabanforderung: Das Finanzamt hat Erklärungen vorzeitig angefordert (§ 149 Abs. 4 AO), und die Anforderung wurde übersehen.

Eine weitere Stolperstelle ergibt sich aus der Rechtslage: Eine früher operative Gesellschaft bleibt beim Finanzamt als Unternehmerin erfasst, bis die Erfassung angepasst ist. Bis dahin erwartet das Finanzamt weiter Erklärungen. Wann ein Abschluss fällig ist, zeigt der Artikel Jahresabschluss der GmbH: Fristen. Wie offene Jahre aufgeholt werden, beschreibt der Artikel Jahresabschluss nachholen.

Wie läuft eine Holding ohne Umsatz über die Fideus-Plattform?

Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination, über die mehr als 650 Unternehmen verwaltet werden. Für Holdings gilt das Paket Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, für UG und GmbH zu denselben Bedingungen. Dasselbe Paket gilt für eine GmbH oder UG ganz ohne Beteiligung und ohne Geschäft, etwa eine Vorrats-UG oder eine früher operative Gesellschaft. Buchhaltung, Jahresabschluss, E-Bilanz sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung.

  1. Belege: Du verknüpfst das Geschäftskonto, die Transaktionen kommen automatisch an. Belege lädst du hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Die Kanzlei bucht, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf.
  2. Abschluss: Die Kanzlei erstellt Jahresabschluss und Erklärungen, dazu den Beschluss zur Feststellung. Die Geschäftsführung gibt vor der Übermittlung frei, die Gesellschafter unterschreiben digital über die Plattform.
  3. Offenlegung: Die Kanzlei übermittelt den Abschluss an das Unternehmensregister. Dessen Gebühren stellt das Register direkt in Rechnung.
  4. Fristen: Fristen-Tracking und Erinnerungen der Plattform zeigen, was als Nächstes ansteht.
  5. Zahlung: Bezahlt wird, sobald die Arbeit beginnt. Jahresabschluss und Erklärungen beginnen erst nach Ablauf des Geschäftsjahres, Umsatzsteuervoranmeldungen schon im selben Jahr. Ohne Voranmeldungen, etwa mit Holding Lite, zahlst du das erste Geschäftsjahr deshalb erst im Folgejahr. Zugang zur Plattform gibt es schon vor der ersten Zahlung.

Holding Lite umfasst bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme. Braucht die Gesellschaft eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung, kommt das Add-on dafür dazu; alle Kosten stehen im Angebot. Wächst die Holding, lässt sich das Paket über Add-ons oder den Wechsel zu Holding Pro anpassen; der Aufpreis steht im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce.

Liegt die Holding bisher bei einer anderen Kanzlei, liegt dein Aufwand für den Wechsel bei rund 20 Minuten. Den Ablauf beschreibt der Artikel Steuerberater wechseln. Wie Holding und Tochter zusammenspielen, erklärt der Artikel Wie funktioniert eine Holding?.

Fazit

Eine GmbH, UG oder Holding ohne Umsatz ruht nur wirtschaftlich. Solange sie eingetragen ist, bleiben Buchführung, Jahresabschluss, E-Bilanz, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung und Offenlegung. Die Umsatzsteuer-Jahreserklärung hängt davon ab, ob die Gesellschaft Unternehmerin ist. Die Nullerklärung hält den Verlustvortrag für spätere Erträge fest.

  • Pflichten: Abschluss und Erklärungen jedes Jahr, auch ohne Buchungen.
  • Umsatzsteuer: bei einer reinen Holding in der Regel nicht, außer bei Leistungen gegen Entgelt, Reverse Charge oder Aufforderung.
  • Kosten: Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto gegen 1.978,80 € netto nach StBVV, dazu Register, IHK und Transparenzregister.

Pakete und Ablauf für Holdings zeigt die Seite Fideus für Holdings.

Quellen

Alle Fundstellen geprüft am 30. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Muss eine GmbH ohne Umsatz IHK-Beitrag zahlen?

Ja. Eine GmbH oder UG ist kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig und damit Mitglied der IHK (§ 2 IHKG). Ohne Gewerbeertrag fällt in der Regel der Grundbeitrag an, dessen Höhe die Wirtschaftssatzung der jeweiligen IHK festlegt. Bei der IHK Frankfurt am Main sind es 2026 zum Beispiel 180 € für im Handelsregister eingetragene Unternehmen bei Verlust oder einem Gewerbeertrag bis 38.000 €. Die Befreiung nach § 3 Abs. 3 IHKG gilt nicht für Kapitalgesellschaften.

Zahlt eine GmbH ohne Gewinn Gewerbesteuer?

Nein. Gewerbesteuer fällt nur auf einen positiven Gewerbeertrag an. Die Gewerbesteuererklärung bleibt trotzdem Pflicht, weil die Tätigkeit einer Kapitalgesellschaft stets als Gewerbebetrieb gilt (§ 2 Abs. 2 GewStG). Einen Verlust stellt das Finanzamt fest, damit er mit späteren Gewinnen verrechnet werden kann (§ 10a GewStG).

Kann ich den Jahresabschluss einer GmbH ohne Umsatz selbst erstellen?

Die Geschäftsführung darf den Jahresabschluss der eigenen Gesellschaft selbst aufstellen. Die Pflichten sind dieselben wie mit Kanzlei: doppelte Buchführung, Bilanz, GuV, E-Bilanz, Steuererklärungen und Offenlegung. Mit einer Steuerkanzlei verlängert sich die Abgabefrist der Steuererklärungen (§ 149 Abs. 3 AO).

Wie beendet man eine GmbH?

Eine GmbH endet nicht durch Stillstand, sondern durch Auflösung, Liquidation und Löschung im Handelsregister. Die Auflösung beschließen die Gesellschafter in der Regel mit drei Vierteln der Stimmen (§ 60 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG). Nach dem Gläubigeraufruf gilt ein Sperrjahr, bevor das Vermögen verteilt werden darf (§ 65 Abs. 2, § 73 Abs. 1 GmbHG). Bis zur Löschung bleiben die Pflichten zum Abschluss.

Was passiert, wenn der Jahresabschluss einer ruhenden GmbH fehlt?

Fehlt die Offenlegung, droht das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld von 2.500 € bis 25.000 € an (§ 335 HGB), dazu kommen 100 € Gebühr je Verfahren (Nr. 1210 KV JVKostG). Fehlen Steuererklärungen, kann das Finanzamt schätzen, Zwangsgelder bis 25.000 € je Festsetzung verhängen (§ 329 AO) und Verspätungszuschläge erheben (§ 152 AO).

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