Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn drei Steuern: Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Die Körperschaftsteuer beträgt 15 %, der Zuschlag 5,5 % davon, die Gewerbesteuer 3,5 % mal dem Hebesatz der Gemeinde. Bei einem Hebesatz von 400 % ergibt das 2026 zusammen 29,825 % des Gewinns. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032, die Belastung fällt dann auf 24,55 %. Die Umsatzsteuer reicht die GmbH in der Regel nur durch.
Welche Steuern zahlt eine GmbH?
Auf den Gewinn zahlt eine GmbH Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag an das Finanzamt und Gewerbesteuer an die Gemeinde. Dazu kommen Steuern, die sie für andere einbehält oder nur durchreicht: Umsatzsteuer auf ihre Umsätze, Lohnsteuer auf Gehälter und Kapitalertragsteuer bei Ausschüttungen. Für eine UG (haftungsbeschränkt) gilt dasselbe, denn sie ist steuerlich eine GmbH.
Die Tabelle zeigt die Steuerarten mit Satz, Grundlage und Fälligkeit. Wie sich UG und GmbH sonst unterscheiden, erklärt der Artikel Unterschiede zwischen UG und GmbH.
| Steuer | Satz | Grundlage | Fällig |
|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | 15 % (2026 und 2027) | zu versteuerndes Einkommen | Vorauszahlungen 10.3., 10.6., 10.9., 10.12. |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Körperschaftsteuer | festgesetzte Körperschaftsteuer | mit der Körperschaftsteuer |
| Gewerbesteuer | 3,5 % × Hebesatz, bei 400 % also 14 % | Gewerbeertrag | Vorauszahlungen 15.2., 15.5., 15.8., 15.11. |
| Umsatzsteuer | 19 %, ermäßigt 7 % | Umsätze, abzüglich Vorsteuer | Voranmeldung bis zum 10. Tag nach dem Zeitraum |
| Lohnsteuer | nach dem Arbeitslohn der Beschäftigten | Gehälter, auch der Geschäftsführung | bis zum 10. Tag nach dem Anmeldungszeitraum |
| Kapitalertragsteuer | 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag | Gewinnausschüttung an Gesellschafter | bis zum 10. des Folgemonats |
Stand 2026. Grundsteuer und Grunderwerbsteuer fallen nur an, wenn die GmbH Grundbesitz hat.
Wie hoch ist die Körperschaftsteuer einer GmbH?
Die Körperschaftsteuer beträgt 2026 und 2027 genau 15 % des zu versteuernden Einkommens (§ 23 Abs. 1 KStG). Darauf kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag (§ 4 SolZG), zusammen 15,825 %. Der Satz ist bundesweit gleich und hängt nicht von der Höhe des Gewinns ab.
Einen Freibetrag gibt es nicht. Auch die Freigrenze beim Solidaritätszuschlag gilt nur für Personen, die Einkommensteuer zahlen (§ 3 Abs. 3 SolZG); die GmbH zahlt ihn ab dem ersten Euro.
Ausgangspunkt ist der Gewinn laut Bilanz. Die Körperschaftsteuer selbst darf ihn nicht mindern (§ 10 Nr. 2 KStG). Auch eine Ausschüttung an die Gesellschafter mindert das Einkommen nicht (§ 8 Abs. 3 KStG).
Wie berechnet sich die Gewerbesteuer einer GmbH?
Die Gewerbesteuer ergibt sich in zwei Schritten: Der Gewerbeertrag, abgerundet auf volle 100 €, mal 3,5 % ergibt den Steuermessbetrag. Diesen multipliziert die Gemeinde mit ihrem Hebesatz. Bei 400 % sind das 14 % des Gewerbeertrags. Die Tätigkeit einer GmbH gilt stets als Gewerbebetrieb, auch wenn sie bei einer Einzelperson freiberuflich wäre (§ 2 Abs. 2 GewStG).
Einen Freibetrag hat die GmbH bei der Gewerbesteuer nicht. Die 24.500 € gelten nur für natürliche Personen und Personengesellschaften (§ 11 Abs. 1 GewStG). Die Gewerbesteuer mindert außerdem ihren eigenen Gewinn nicht:
„Die Gewerbesteuer und die darauf entfallenden Nebenleistungen sind keine Betriebsausgaben.“ – § 4 Abs. 5b EStG
Den Hebesatz legt jede Gemeinde selbst fest. Im Durchschnitt aller Gemeinden lag er 2024 bei 409 % (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21. August 2025). Maßgeblich ist die Gemeinde, in der die GmbH ihre Betriebsstätte hat.
Welche Beträge werden hinzugerechnet?
Der Gewerbeertrag ist der Gewinn, erhöht um Hinzurechnungen und vermindert um Kürzungen (§ 7 GewStG). Hinzugerechnet wird ein Viertel aus Zinsen und anteiligen Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzgebühren. Das gilt nur, soweit diese Summe 200.000 € übersteigt (§ 8 Nr. 1 GewStG). Mieten für Büros zählen zur Hälfte, Leasingraten für bewegliche Güter zu einem Fünftel.
Ein fiktives Beispiel: Eine Agentur zahlt 24.000 € Büromiete und 3.000 € Zinsen im Jahr. In die Summe gehen 12.000 € und 3.000 € ein, zusammen 15.000 €. Das liegt weit unter 200.000 €, also wird nichts hinzugerechnet. Für kleine GmbHs entspricht der Gewerbeertrag deshalb meist dem Gewinn. Welche Kürzungen eine GmbH nutzen kann, die nur Vermögen verwaltet, erklärt der Artikel vermögensverwaltende GmbH.
Wie hoch ist die Gesamtbelastung einer GmbH?
2026 liegt die Steuerbelastung einer GmbH bei 29,825 % des Gewinns, wenn der Hebesatz 400 % beträgt. Bei 280 % sind es rund 25,6 %, bei 490 % rund 33 %. Ab 2028 sinkt die Belastung jedes Jahr um gut einen Prozentpunkt, weil die Körperschaftsteuer sinkt. Die Gewerbesteuer bleibt gleich.
Die Tabelle zeigt die Gesamtbelastung für drei Hebesätze bis 2032. Sie gilt, wenn Einkommen und Gewerbeertrag gleich hoch sind, also ohne Hinzurechnungen und Kürzungen.
| in % des Gewinns | 2026/2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2031 | ab 2032 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer | 15,00 % | 14,00 % | 13,00 % | 12,00 % | 11,00 % | 10,00 % |
| Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag | 15,83 % | 14,77 % | 13,72 % | 12,66 % | 11,61 % | 10,55 % |
| Gesamt bei Hebesatz 280 % | 25,63 % | 24,57 % | 23,52 % | 22,46 % | 21,41 % | 20,35 % |
| Gesamt bei Hebesatz 400 % | 29,83 % | 28,77 % | 27,72 % | 26,66 % | 25,61 % | 24,55 % |
| Gesamt bei Hebesatz 490 % | 32,98 % | 31,92 % | 30,87 % | 29,81 % | 28,76 % | 27,70 % |
Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Werte gerundet, ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. Die Gewerbesteuer beträgt 9,8 % bei 280 %, 14 % bei 400 % und 17,15 % bei 490 %. Bis Ende 2026 dürfen Gemeinden noch einen Hebesatz ab 200 % festlegen; die Gesamtbelastung beträgt dann 22,825 %.
Wie viel Steuern zahlt eine Agentur-GmbH mit 40.000 € Gewinn?
Eine fiktive Agentur-GmbH mit 40.000 € Gewinn zahlt 2026 bei einem Hebesatz von 400 % insgesamt 11.930 € Steuern. Das sind 6.000 € Körperschaftsteuer, 330 € Solidaritätszuschlag und 5.600 € Gewerbesteuer. Bei 280 % sind es 10.250 €, bei 490 % 13.190 €. In der GmbH bleiben 26.810 € bis 29.750 €.
Das Beispiel ist fiktiv: eine Agentur-GmbH ohne Mitarbeitende und ohne Geschäftsführergehalt, 180.000 € Umsatz und 140.000 € Aufwand im Geschäftsjahr 2026, keine Hinzurechnungen.
| Posten | Rechnung | Hebesatz 280 % | Hebesatz 400 % | Hebesatz 490 % |
|---|---|---|---|---|
| Einkommen und Gewerbeertrag | 180.000 € Umsatz − 140.000 € Aufwand | 40.000 € | 40.000 € | 40.000 € |
| Körperschaftsteuer | 15 % von 40.000 € | 6.000 € | 6.000 € | 6.000 € |
| Solidaritätszuschlag | 5,5 % von 6.000 € | 330 € | 330 € | 330 € |
| Steuermessbetrag | 3,5 % von 40.000 € | 1.400 € | 1.400 € | 1.400 € |
| Gewerbesteuer | 1.400 € × Hebesatz | 3.920 € | 5.600 € | 6.860 € |
| Steuern gesamt | 10.250 € | 11.930 € | 13.190 € | |
| Belastung | in % des Gewinns | 25,63 % | 29,83 % | 32,98 % |
| Verbleibt in der GmbH | 40.000 € − Steuern | 29.750 € | 28.070 € | 26.810 € |
Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr 2026, Gewerbeertrag bereits auf volle 100 € gerundet. Ab 2032 zahlt dieselbe GmbH bei 400 % noch 9.820 €, weil die Körperschaftsteuer dann 4.000 € und der Solidaritätszuschlag 220 € beträgt.
Was ändert ein Geschäftsführergehalt?
Ein angemessenes Gehalt für die Geschäftsführerin ist für die GmbH eine Betriebsausgabe. Es mindert Einkommen und Gewerbeertrag und damit Körperschaft- und Gewerbesteuer. Bei der Geschäftsführerin ist es Arbeitslohn (§ 19 EStG). Die GmbH behält davon Lohnsteuer ein und meldet sie an (§ 38, § 41a EStG).
Bei Gesellschafter-Geschäftsführern prüft das Finanzamt, ob das Gehalt angemessen und vorab klar vereinbart ist. Sonst kann der zu hohe oder unklare Teil als verdeckte Gewinnausschüttung gelten und das Einkommen der GmbH nicht mindern (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Ob und in welcher Höhe ein Gehalt passt, ist eine Frage für die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Über die Fideus-Plattform ist die Lohnabrechnung für das Geschäftsführergehalt bei einem spezialisierten Partner gegen Aufpreis möglich; der Aufpreis steht im Angebot.
Wann muss die GmbH ihre Steuern zahlen?
Die GmbH zahlt ihre Steuern im laufenden Jahr über Vorauszahlungen: Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember (§ 31 KStG mit § 37 EStG), die Gewerbesteuer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November (§ 19 GewStG). Mit dem Steuerbescheid folgt die Abrechnung.
Jede Vorauszahlung beträgt in der Regel ein Viertel der Steuer aus dem letzten Bescheid. Bei einer neu gegründeten GmbH richtet sie sich nach dem voraussichtlichen Gewinn. Vorauszahlungen zur Körperschaftsteuer setzt das Finanzamt erst ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin fest (§ 37 Abs. 5 EStG), zur Gewerbesteuer ab 50 € je Termin (§ 19 Abs. 5 GewStG). Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel sieht das Jahr bei gleichbleibendem Gewinn so aus:
| Termin | Steuer | Betrag |
|---|---|---|
| 15. Februar | Gewerbesteuer | 1.400,00 € |
| 10. März | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € |
| 15. Mai | Gewerbesteuer | 1.400,00 € |
| 10. Juni | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € |
| 15. August | Gewerbesteuer | 1.400,00 € |
| 10. September | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € |
| 15. November | Gewerbesteuer | 1.400,00 € |
| 10. Dezember | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € |
| Summe | 11.930,00 € |
Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Körperschaftsteuer 1.500 € und Solidaritätszuschlag 82,50 € je Termin.
Was passiert nach dem ersten Steuerbescheid?
Hat die GmbH im ersten Jahr keine oder zu niedrige Vorauszahlungen geleistet, kommt mit dem Bescheid die Nachzahlung. Zugleich kann das Finanzamt die Vorauszahlungen für das laufende Jahr erhöhen. Der Erhöhungsbetrag für schon vergangene Termine ist dann innerhalb eines Monats fällig (§ 37 Abs. 4 EStG, § 19 Abs. 3 GewStG).
Für die Agentur-GmbH hieße das im ungünstigen Fall: 11.930 € Nachzahlung für 2026 und bis zu 11.930 € Vorauszahlungen für 2027 innerhalb weniger Monate. Sinkt der Gewinn voraussichtlich, lassen sich Vorauszahlungen auf Antrag herabsetzen (§ 37 Abs. 3 EStG, § 19 Abs. 3 GewStG).
Welche Rolle spielt die Umsatzsteuer für die GmbH?
Die Umsatzsteuer kostet die GmbH in der Regel nichts. Sie stellt 19 % auf ihre Rechnungen (§ 12 Abs. 1 UStG), zieht die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen ab und führt die Differenz an das Finanzamt ab. Wirtschaftlich tragen sie die Endkunden. Was für Rechnungen an und aus dem Ausland gilt, erklärt der Artikel Reverse-Charge-Verfahren.
Gemeldet wird über Umsatzsteuervoranmeldungen bis zum 10. Tag nach jedem Monat oder Quartal (§ 18 UStG). Voranmeldungszeitraum ist das Quartal, bei mehr als 9.000 € Umsatzsteuer im Vorjahr der Monat (§ 18 Abs. 2 UStG). Erstellt und übermittelt werden sie in der Regel von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung.
Nimmt eine GmbH ihre Tätigkeit neu auf, meldet sie nach dem Gesetz im Gründungs- und im Folgejahr monatlich an. Für die Jahre 2021 bis 2026 ist diese Regel ausgesetzt; dann zählt die voraussichtliche Steuer. Ab 2027 gilt sie wieder, auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH. Die Schritte bis zur Steuernummer beschreibt der Artikel Ablauf der GmbH-Gründung.
Die Agentur-GmbH aus dem Beispiel stellt 34.200 € Umsatzsteuer in Rechnung und zieht 25.650 € Vorsteuer ab. Sie führt also 8.550 € im Jahr ab, 2026 quartalsweise. Der Betrag liegt bis zur Voranmeldung auf dem Geschäftskonto, gehört aber dem Finanzamt.
Was gilt bei einer Gewinnausschüttung?
Schüttet die GmbH Gewinn aus, zahlen die Gesellschafter darauf ein zweites Mal Steuer. Die GmbH behält 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag ein und führt sie bis zum 10. des Folgemonats ab (§ 43a EStG, § 44 EStG). Das Teileinkünfteverfahren kann auf Antrag wählen, wer mindestens 25 % hält. Ab 1 % gilt das nur, wenn die Person beruflich für die GmbH tätig ist und dadurch maßgeblichen unternehmerischen Einfluss nehmen kann (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b EStG). Dann werden 60 % der Ausschüttung mit dem persönlichen Steuersatz besteuert (§ 3 Nr. 40 EStG). Ablauf und Kapitalertragsteuer erklärt der Artikel Gewinnausschüttung einer GmbH.
Hält eine Holding-GmbH zu Beginn des Jahres mindestens 15 % der Anteile, bleiben Ausschüttungen dort zu 95 % steuerfrei (§ 8b KStG, § 9 Nr. 2a GewStG). Wie das funktioniert, erklärt der Artikel Wie funktioniert eine Holding?
Was ändert sich ab 2027 und 2028?
Zwei Gesetzesänderungen senken oder verschieben die Steuerlast der GmbH. Ab 2027 darf keine Gemeinde einen Gewerbesteuer-Hebesatz unter 280 % festlegen. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr um einen Prozentpunkt, bis sie ab 2032 bei 10 % liegt. Bei einem Hebesatz von 400 % fällt die Gesamtbelastung damit von 29,825 % auf 24,55 %.
„Er beträgt 280 Prozent, wenn die Gemeinde nicht einen höheren Hebesatz bestimmt hat.“ – § 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG, erstmals für 2027 (§ 36 Abs. 5b GewStG)
Die Senkung der Körperschaftsteuer stammt aus dem Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm (BGBl. 2025 I Nr. 161). Sie gilt für das Kalenderjahr als Veranlagungszeitraum. Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel sinken die Steuern bis 2032 von 11.930 € auf 9.820 €. Der Anteil der Gewerbesteuer an der Steuerlast steigt dabei von 47 % auf 57 %.
Wie planst du die Steuern einer GmbH ein?
Für die Planung der Steuerzahlungen einer GmbH zählen drei Größen. Das sind die Gesamtbelastung des Gewinns nach Hebesatz, die Termine der Vorauszahlungen und die Umsatzsteuer, die bis zur Voranmeldung auf dem Konto liegt. Grundlage für alle drei ist eine vollständige und aktuelle Buchhaltung, denn nur sie zeigt den laufenden Gewinn.
Die Jahreserklärungen für Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer gibt die GmbH mit dem Jahresabschluss ab. Erstellt werden sie in der Regel von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Wie Steuererklärung und Jahresabschluss zusammenhängen, erklärt der Artikel Steuererklärung und Jahresabschluss.
Typische Fehler
Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen immer wieder dieselben drei Fehler auf. Am häufigsten ist der erste.
- Belege im Zettelkasten: Nicht alle Belege sind erfasst, weil sie verstreut in Postfächern, Ordnern und Tools liegen statt in einem automatisierten System. Fehlt eine Rechnung, fehlt die Betriebsausgabe und oft auch der Vorsteuerabzug (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG); Gewinn und Steuer fallen dann zu hoch aus.
- Umsatzsteuer als verfügbares Geld: Das Guthaben auf dem Geschäftskonto enthält die Umsatzsteuer, die mit der nächsten Voranmeldung an das Finanzamt geht. Wer sie verplant, dem fehlt sie am 10. des Folgemonats.
- Privatentnahmen ohne Grundlage: Geld wandert vom Firmenkonto aufs Privatkonto, ohne Gehaltsvereinbarung und ohne Ausschüttungsbeschluss. Eine solche Zahlung an die Gesellschafterin kann als verdeckte Gewinnausschüttung gelten und mindert das Einkommen der GmbH nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG).
Gegen den Zettelkasten hilft ein fester Weg für jeden Beleg. Über die Fideus-Plattform sieht er so aus:
- Bankkonten: Du verknüpfst deine Geschäftskonten einmal, danach ruft die Plattform die Transaktionen automatisch ab.
- Belege: Du lädst sie hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Fideus stellt dafür eine eigene E-Mail-Adresse bereit, die du bei Tools wie Software-Abos als Rechnungsadresse hinterlegen kannst.
- Zuordnung: Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion automatisch zu, mit eigener KI-Technologie.
Gebucht werden die Geschäftsvorfälle von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung.
Wer erstellt die Steuererklärungen der GmbH über die Fideus-Plattform?
Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, die Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Jahreserklärung in eigener Verantwortung. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht sie außerdem die laufenden Geschäftsvorfälle und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen sowie den Jahresabschluss mit E-Bilanz und Offenlegung, ebenfalls in eigener Verantwortung. Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Jahreserklärungen vor der Übermittlung frei. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Sie bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen.
Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Steuerkanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Hält eine Holding die Anteile, laufen beide Gesellschaften über denselben Plattform-Zugang und dieselbe Kanzlei, in einem Angebot mit dem Paketpreis je Gesellschaft.
Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel kostet das Paket ab 3.500 € pro Jahr netto, bei quartalsweiser Voranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme und rund 500 Banktransaktionen. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto; alle Kosten stehen im Angebot. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Den Vergleich mit der Gebührenordnung zeigt der Artikel Steuerberater-Kosten für eine GmbH. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce.
Fazit
Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, 2026 bei einem Hebesatz von 400 % zusammen 29,825 %. Ab 2028 sinkt die Belastung schrittweise auf 24,55 % ab 2032. Gezahlt wird laufend über Vorauszahlungen; die Umsatzsteuer reicht die GmbH nur durch.
- Zweites Jahr: Die Nachzahlung für das erste Jahr und erhöhte Vorauszahlungen können innerhalb weniger Monate zusammenfallen.
- Umsatzsteuer: Sie liegt bis zur Voranmeldung auf dem Geschäftskonto, gehört aber dem Finanzamt.
- Neue Sätze: Ab 2027 gilt ein Mindesthebesatz von 280 %, ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr.
Umfang und Preise des Pakets „Operatives Unternehmen“ zeigt die Seite Preise. Wie der Ablauf für Agenturen und digitale Dienstleister aussieht, zeigen die Seiten Fideus für Agenturen und Fideus für digitale Dienstleister.
Quellen
- § 23 KStG – Steuersatz
- § 8 KStG – Ermittlung des Einkommens
- § 4 SolZG – Zuschlagsatz
- § 3 SolZG – Bemessungsgrundlage
- § 8 GewStG – Hinzurechnungen
- § 11 GewStG – Steuermesszahl und Steuermessbetrag
- § 16 GewStG – Hebesatz
- § 19 GewStG – Vorauszahlungen
- § 4 EStG – Gewinnbegriff, Abs. 5b
- § 37 EStG – Einkommensteuer-Vorauszahlung
- § 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen
- § 18 UStG – Besteuerungsverfahren
- Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm, BGBl. 2025 I Nr. 161
- Statistisches Bundesamt: Gewerbesteuereinnahmen und Hebesätze 2024
Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026.
Häufige Fragen
Wie viel Steuern zahlt eine GmbH?
Auf ihren Gewinn zahlt eine GmbH 2026 Körperschaftsteuer von 15 %, Solidaritätszuschlag von 5,5 % darauf und Gewerbesteuer von 3,5 % mal Hebesatz. Bei einem Hebesatz von 400 % sind das zusammen 29,825 %, bei 280 % rund 25,6 % und bei 490 % rund 33 %. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise; bei 400 % liegt die Belastung ab 2032 bei 24,55 %. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026.
Wie viel Steuern zahlt eine GmbH bei 100.000 Euro Gewinn?
Bei einem Hebesatz von 400 % im Jahr 2026 rund 29.825 €: 15.000 € Körperschaftsteuer, 825 € Solidaritätszuschlag und 14.000 € Gewerbesteuer. Angenommen ist, dass Einkommen und Gewerbeertrag dem Gewinn entsprechen. Wird der Gewinn ausgeschüttet, kommt die Steuer der Gesellschafter hinzu. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei.
Zahlt eine UG dieselben Steuern wie eine GmbH?
Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Form der GmbH und zahlt dieselbe Körperschaftsteuer, denselben Solidaritätszuschlag und dieselbe Gewerbesteuer. Unterschiede gibt es beim Stammkapital und bei der gesetzlichen Rücklage (§ 5a GmbHG), nicht bei den Steuersätzen.
Hat eine GmbH steuerliche Vorteile?
Gewinne, die in der GmbH bleiben, belastet sie 2026 bei einem Hebesatz von 400 % mit 29,825 %. Die Einkommensteuer einer Person reicht dagegen bis 45 % (§ 32a EStG). Bei einer Ausschüttung kommt die Steuer der Gesellschafter hinzu. Ob die GmbH im Einzelfall steuerlich günstiger ist, hängt von Gewinn, Ausschüttungen und Gehalt ab und ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist.
Wann muss eine GmbH ihre Steuern zahlen?
Laufend über Vorauszahlungen: Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, die Gewerbesteuer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Mit dem Steuerbescheid folgt die Abrechnung, also eine Nachzahlung oder Erstattung.